Normaler Alltag als Prepper?

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Mit den Augen eines Preppers, sieht die Welt vielleicht nicht ganz so aus, wie bei anderen Menschen. Da ich nun schon seit einer geraumen Zeit Prepping/Krisenvorsorge betreibe, kann ich einige Beispiele aus meinem Alltag nennen, die euch die Denkweise von dieser Gruppe von Menschen etwas näherbringt. Wenn euch das interessiert, solltet ihr weiterlesen!

Vor 10 Jahren hat mich Krisenvorsorge eigentlich überhaupt nicht interessiert, ich habe in den Tag hineingelebt und mich mit den kleinen Problemchen in meinem Alltag auseinandergesetzt. In unserer Welt hat man ohnehin recht wenig Freizeit, wo man wirklich mal die Zeit hätte, über weitreichendere Angelegenheiten und Risiken nachzudenken. In meiner Jugend gab es kein Internet, daher hatte ich nur wenige Möglichkeiten an Informationen zu kommen, jetzt stehen uns unendlich viele Quellen zur Verfügung und wer wie ich z.B. auch noch halbwegs gut Englisch spricht, findet noch weit mehr im world wide web. Daher sind wir erstens nicht nur weit besser über das Weltgeschehen informiert, sondern können Risiken und Gefahren für unsere Existenz auch „globaler“ betrachten und einschätzen. Wenn man sich dann noch zusätzlich mit der Geschichte beschäftigt, stellt man schnell fest, welche Probleme es auf dieser Welt schon gab und was sich alles periodisch wiederholt, das hat mich dazu bewegt ein wenig nach vorne zu schauen und mich für bestimmte Eventualitäten vorzubereiten (ohne schlimme Dinge zu erwarten oder gar zu erhoffen).

In meinem Alltag sehe ich Dinge mit etwas anderen Augen als die meisten Leute, dazu möchte ich folgende Beispiele nennen:

Outdoor und Wandern

Ich gehe seit Anfang 2019 sehr viel Wandern, das mache ich in erster Linie für meine Fitness, das hat mir geholfen 34kg in 8 Monaten abzunehmen. Hauptsächlich bin ich hierzu in meiner näheren Umgebung unterwegs, fahre aber auch hin und wieder mit dem Auto an schöne Orte. Wenn ich in meiner Gegend unterwegs bin, halte ich immer Ausschau nach geeigneten Fluchtorten, also Wege, Orte oder bestimmte Stellen in der Natur, die ich nutzen würde, wenn ich kurzfristig aus meinem Haus weg müsste, also bei einer unmittelbaren Bedrohung (Naturkatastrophe, zivile Unruhen, Krieg, was auch immer). Ich schaue mich an diesen Orten um, ob es trinkbares Wasser gibt, Unterschlupf, Nahrungsquellen, Verstecke und auch Gefahren, auf die ich achten müsste. Selbstverständlich genieße ich die schöne Natur und das Wandern an sich, dennoch kann ich nebenher diese Punkte ein wenig beachten und lerne damit meine Umgebung und auch andere potentielle Fluchtorte jetzt schon besser kennen. Das könnte sich eines Tages eventuell als nützlich erweisen.

Im Supermarkt, Kleidungs- und Schuhgeschäft oder Baumarkt

Ich kann praktisch nicht einkaufen gehen, ohne dabei in irgendeiner Form an Prepping zu denken. Das meine ich aber nicht negativ, also es ist keine Belastung für mich. Bei Lebensmitteln schaue ich prinzipiell auf die Haltbarkeit der Sachen, eventuell noch nach Rabatten bei größeren Mengen für meine Nahrungsreserven. Speziell bei Konserven schaue ich immer wieder, was es hier so gibt und wann die Sachen ablaufen, auch wenn ich mich nicht zwangsläufig auf diese Daten verlasse. Ich weiß, dass Konserven bei richtiger Lagerung viele Jahre haltbar sind. Wenn ich in einem Kleidungsgeschäft bin, sehe ich mich immer wieder auch nach Outdoorkleidung, Thermobekleidung, Handschuhen, Kappen usw. um, die auch für Notsituationen vor allem im Winter geeignet wären. Da ich ja auch viel Wandern gehe, brauche ich die Sachen sowieso auch für draußen. Bei Schuhen schaut die Sache nicht viel anders aus. Im Baumarkt oder auch in Supermärkten, gibt es immer wieder Messer, Werkzeuge und sogar sogenannte „Survivaltools“, bei denen ich mich auch sehr gerne umschaue. Auch andere praktische Dinge wie Notkocher, Campingzubehör und Behältern (Kanister), sehe ich mich dabei ganz genau an. So baut sich langsam aber sicher ein guter Grundstock für meine Krisenvorsorge an.

Onlineshops

Früher habe ich bei Onlineshops in Bereichen wie Computer- und Multimediakomponenten, Fitnessgeräte und Zubehör, Werkzeuge, Kleidung und anderen Dingen gesucht, heute sind meine Suchwörter oft Survival, Camping, Outdoor, Bushcraft und Prepping. Man findet auch viele Shops mit genau diesen Bereichen, dazu habe ich bereits mal einen Blogartikel geschrieben, hier der Link dazu:

Online Shops Links

Natürlich reicht bei mir das Geld nicht, um mir dort alle Wünsche zu erfüllen, daher schaue ich auch immer wieder bei Plattformen aus China (Wish z.B.), da man dort doch etwas günstiger auch Sachen in diesen Bereichen kaufen kann. Auch dazu habe ich mal einen Artikel geschrieben, hier der Link dazu:

China Trendmeister bei Survival

Im Bereich Prepping und Krisenvorsorge entdeckt man immer wieder neue Sachen, der Markt passt sich auch ständig an und hat diese Nische schon lange für sich entdeckt.

Das Weltgeschehen und die Medien

Ich beschäftige mich schon immer mit dem Weltgeschehen, dabei muss ich ganz ehrlich zugeben, dass mich lokale oder auf mein Land bezogene Vorkommnisse weniger interessieren, sondern wirklich relevante und weltumspannende Ereignisse auf mein Interesse stoßen. Was mich besonders fasziniert, sind die Mechanismen des Finanzsystems und so manche Entscheidungen unserer EU, bzw. auch Informationen aus China, den USA oder anderen „global playern“. Bei den Mainstream Medien bin ich dann doch etwas vorsichtig, leider sind Zeitungen, das Fernsehen, Radio und auch Internetmedien oft politisch ausgerichtet und so etwas wie „freien Journalismus“, gibt es aus meiner Sicht nur ganz selten. Meist suche ich daher nach weiteren Quellen, wenn mich ein spezielles Thema interessiert und ich versuche mehrere Informationen zu einem für mich stimmigen Gesamtbild zusammenzuführen. Dass ich dabei sicher mit Einschränkungen leben muss, weil ich ja nicht durch die Welt reisen kann und mir vor Ort ein Bild machen, ist mir klar. Dennoch versuche ich mich nicht nur eine Informationsquelle zu verlassen.

Praktisches Verhalten

Eine Überzeugung von mir besteht darin, dass ich Ausrüstungsgegenstände, wie auch theoretisch erworbenes Wissen auch praktisch ausprobieren und üben muss. Daher gibt es kaum etwas in meiner Prepperausstattung, das ich nicht zumindest einmal verwendet habe (bis auf ein paar Ausnahmen). Wenn etwas nach einer Verwendung nicht mehr zu gebrauchen ist, kaufe ich es auch zum Teil doppelt, damit ich etwas zum Ausprobieren habe. Zwei Beispiele, wo mir diese Denkweise sehr wichtig ist, sind zum Ersten meine Schuhe, diese müssen ordentlich eingetragen sein (neue Schuhe können drücken und eine Flucht massiv unangenehm machen) und zum Zweiten betrifft es Vorgänge, die eine gewisse Übung oder Praxis erfordern (Feuer machen, Erste-Hilfe, Selbstverteidigung, usw.).

Planung und taktisches Denken

Ich weiß nicht ob, wann oder welche Krise mal eintreten wird, daher kann ich gewisse Vorgehensweisen und Taktiken nur theoretisch durchspielen und quasi gedanklich bearbeiten. Das mag für manche sinnlos erscheinen, da es dann praktisch eine ganz andere Sache sein kann, als es vorher im Kopf durchgespielt wurde, aber ganz so sehe ich das nicht. Viele Sportler nutzen Visualisierung als effektives Tool, um sich auf sportliche Herausforderungen vorzubereiten. Diese mentale Auseinandersetzung hilft ihnen später bei der Ausführung und das könnte man auch auf schwierige Situationen im Zuge einer Krise umsetzen. Auch wenn man trotz der Gedankenspielchen flexibel und anpassungsfähig bleiben muss, kann es nicht schaden sich zu überlegen, wie man bei verschiedenen Gefahren oder Bedrohungen reagieren würde. Für verschiedene Situationen zumindest einen grundlegenden Plan zu haben, ist für mich eine sehr wichtige Sache und gibt mir Sicherheit und Selbstvertrauen. Daher denke ich (meist auf meinen Wanderungen) immer wieder über solche Dinge nach.

Fitness und Gesundheit

Diesen Punkt werden viele Leute in Bezug auf Krisenvorsorge nicht erwarten, aber auch das gehört für mich zum Alltag (mittlerweile). Ende 2018 habe ich für mich festgestellt, dass ich mich 130kg und 3 Tabletten, die ich regelmäßig nehmen muss doch sehr schlechte Voraussetzungen für Krisen oder Ausnahmesituationen habe. Daher habe ich im Jänner 2019 eine Diät gestartet (Intervalldiät) und bis heute 34kg abgenommen und brauche dadurch keine Tabletten mehr. Ich bin viel fitter im Bereich Kraft und Ausdauer, gehe regelmäßig Wandern und trainiere zumindest 5 Mal pro Woche. Das hat meine Gesundheit auf ein Level gebracht, das mir bei physischen Herausforderungen definitiv einen Vorteil verschaffen kann. Da ich diesen Status unbedingt halten möchte, habe ich durch Prepping die richtige Motivation nicht wieder in meine alten Gewohnheiten zurück zu fallen. Ich möchte einfach fit sein für etwaige Krisen und tue zeitgleich etwas für meine Gesundheit.

kein Wunsch nach Krisen oder dem totalen Zusammenbruch

Ein inniger Wunsch überschattet mein gesamtes Handeln im Bereich Krisenvorsorge, es geht dabei um die Tatsache, dass ich keine Veränderung meines Lebens zum Schlechteren durchmachen will. Ich möchte weder einen Krieg, noch eine Finanzkrise und auch keine Naturkatastrophe überstehen müssen. Da man solche Ereignisse aber auch nicht zu 100% ausschließen kann, finde ich es gut, wenn ich bis zu einem gewissen Grad Vorbereitungen treffe. Ob ich durch meine Bemühungen besser Chancen habe, sei dahingestellt, dennoch halte ich es für sinnvoll irgendetwas zu tun, als dann komplett unvorbereitet vor vollendeten Tatsachen zu stehen und mein Leben wegwerfe, weil ich Risiken und Gefahren einfach ausblende oder nicht wahrhaben möchte.


 

Mein Verhalten und meine Denkweise haben sich mit Prepping verändert, das sehe ich aber durchwegs als positiv. Sicher habe ich auch Sorgen und Ängste, aber in einem aus meiner Sicht „normalen“ Rahmen, wie das auch andere Menschen haben, die sich nicht mit Krisenvorsorge beschäftigen. Meine Sicht auf die Welt beeinträchtigt mich nicht, sondern eröffnet mir ein ganz neues Feld mich weiter zu bilden und meinen Horizont zu erweitern. Prepping ist für mich nicht nur ein Hobby oder ein Trend, sondern eine Lebenseinstellung und ein Lebensgefühl. Und wenn alles umsonst ist, was ich da so mache, werde ich trotzdem niemals einen Cent oder eine Minute davon bereuen.

Was haltet ihr von meinem Alltag? Hättet ihr gedacht, dass Prepper so denken und handeln oder seid ihr auch Prepper und versteht das, bzw. macht das vielleicht genauso? Schreibt mir dazu bitte einen Kommentar, über ein Like und ein Abo meines Blogs, würde ich mich ganz besonders freuen.

4 Kommentare

      1. Ich bin ganz normal berufstätig und arbeite 41 Stunden in der Woche. Bin Fernpendlerin und der einfache Weg zur Arbeit beträgt 120 Kilometer. Mit der Bahn brauche ich 50 Minuten zur Arbeit. Das ist der Preis dafür, das ich abgelegen wohne. Ich will nicht mehr zurück in die Stadt.

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