Die 5 größten Probleme bei Preppern?

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Krisenvorsorge haben Menschen schon immer betrieben, unsere Großeltern und Urgroßeltern waren aufgrund ihrer Erfahrungen mit Kriegen, Wirtschaftskrisen und anderen Ereignissen oftmals überzeugte Prepper, wie man das heute nennen würde. Dieses Verhalten ist weitgehend in Vergessenheit geraten und wir machen teilweise auch Fehler, wenn wir diese Lebensweise neu entdecken, mehr dazu in diesem Artikel.

Beim Nachdenken bin ich auf weit mehr als 5 Probleme gekommen, die Leute immer wieder beim Thema Krisenvorsorge machen, dazu schreibe ich eventuell noch einen zweiten Artikel. Beginnen wir mal mit 5 der häufigsten Fehler oder Fehleinschätzungen, welche aus meiner Sicht bei Preppern am ehesten vorkommen.

Problem Nr. 1: Falsche Vorstellung von Krisen

Bei diesem Punkt schließe ich mich selbst gar nicht aus, die meisten von uns haben keinen Krieg, keine dramatische Krise oder andere Arten von Not- und Extremsituationen erlebt. Somit können wir uns nur an Erfahrungsberichte von früher oder Einschätzungen von sogenannten Experten halten. Nur so können wir uns ein ungefähres Bild machen, was bei solchen Ereignissen tatsächlich passiert. Aber auch wenn man sich sehr intensiv mit vergangenen Problemen der Menschheitsgeschichte beschäftigt (wie auch ich das schon lange mache), werden wir niemals ein echtes Gefühl erlangen, was es ausmacht solch schwere Zeiten durchzustehen. Vieles ist Spekulation, Vermutung und Fantasie. Manche Tatsachen aus der Vergangenheit, können wir nur bedingt begreifen oder verarbeiten, weil sie so abartig und schrecklich sind, dass wir Schwierigkeiten haben uns diese überhaupt vorzustellen. Mir geht es bei Berichten aus Konzentrationslagern oder den Weltkriegen so. Dieser Tatsache sollte man sich bewusst sein und niemals unterschätzen, wie dramatisch Krisen tatsächlich sein können und es keine Vorbereitung gibt, mit der man Schock- oder Angstzustände komplett ausschließen kann. Diese Problematik geht aber auch in die andere Richtung, fallweise habe ich den Eindruck, dass mögliche Risiken und die damit verbunden gedanklichen Szenarien auch massiv übertrieben und dramatisiert werden. Das kann sein, um damit Angst zu schüren, Geld zu machen oder einfach aus der eigenen Paranoia heraus. Leider sehe ich auch das als problematisch an. Unterm Strich wissen wir nicht welche Krisen auf uns zukommen und wie diese ablaufen werden, daher ist es auch so schwierig sich sinnvoll vorzubereiten.

Problem Nr. 2: massive Selbstüberschätzung

Der nächste Fehler ist aus meiner Sicht weit verbreitet unter Preppern, es gibt viele Machos in diesen Kreisen, Leute mit einzelnen Fachgebieten, die glauben über allen anderen zu stehen. Nichts kann diese Leute ängstigen, sie haben auf alle Szenarien die passende Antwort und Ausrüstung mit den unterschiedlichsten Zweckmäßgikeiten. Ich bin anders, ich kenne meine Schwächen und meine Grenzen, an beidem kann ich arbeiten, aber das verlangt viel Zeit und Engagement. Niemand von uns hat die unendliche Weisheit, keiner von uns kann alles und ist unfehlbar, das ist für mich eine der wichtigsten Erkenntnisse im Bereich Prepping. Klar ist es wichtig Selbstvertrauen zu haben und sich auch über Stärken und Vorzüge bewusst zu sein, aber sich auf diese Fähigkeiten in nur einigen speziellen Gebieten zu verlassen, ist aus meiner Sicht etwas überheblich. Das Überleben ist extrem komplex und kein Menschenleben reicht aus, alles zu lernen und selbst wenn man eine wandelnde Survivalbibliothek ist, kann es sein, dass man Fehler macht. Wie viele Profis haben ihr Leben verloren, weil sie eine falsche Entscheidung getroffen haben oder schlichtweg Pech hatten? Mir fallen hier unzählige Beispiele ein. Selbstüberschätzung ist ein Killer und dieses Risiko, kann man mit Bescheidenheit deutlich reduzieren.

Problem Nr. 3: Bewaffnung als heilige Kuh

Ich spreche oft gegen Feuerwaffen, das hat verschiedene Gründe. Es gibt so viele Prepper mit einer klaren Affinität zu Waffen und vor allem Feuerwaffen. Solche Leute setzen viel Hoffnung in diese Ausrüstung, Pistolen, Gewehre und andere Hilfsmittel sollen sie vor Schaden bewahren und ihnen helfen ihre Vorräte und Behausungen zu schützen. Auch dabei zeigen Berichte aus vergangenen Kriegen, dass selbst gut bewaffnete Zivilisten gegen Soldaten meist keine Chance hatten, aber auch gegen plündernde Gruppen und gut bewaffnete Zivilisten, ist eine Verteidigung auf lange Sicht praktisch aussichtslos. Wie viele Patronen kann man tatsächlich zuhause lagern und was, wenn diese Patronen verfeuert wurden? Wer vielleicht flüchten muss, wird noch weniger Patronen mitnehmen können und sobald man nur einen Schuss abgefeuert hat, wissen alle im Umkreis von vielen Kilometern, wo man sich aufhält. Viele bedenken wohl auch nicht, dass es sogar gefährlich sein kann eine Waffe zu haben, sehen andere die Bewaffnung, wird man höchstwahrscheinlich als Bedrohung eingestuft und könnte eliminiert werden, bevor man den Gegner überhaupt sieht und reagieren kann. Es ist auch nicht undenkbar, dass einem die Waffe abgenommen wird und dann plötzlich das eigene Leben damit bedroht wird. Feuerwaffen sind für mich zwar eine Option für die Verteidigung gegen einzelne Personen, Tiere und eventuell zum Jagen, aber alles was darüber hinausgeht, ist für mich mehr als fraglich und Waffenbesitz alleine, kann niemandem das Überleben garantieren.

Problem Nr. 4: Ausrüstung anstelle von Wissen

Das nächste Problem zielt in eine ähnliche Kerbe, es geht um diese Edelprepper mit Ausrüstung um viele tausend Euro, die besten Messer, 40kg schwere Rucksäcke mit taktischer Ausrüstung und einem Keller vollgestopft mit Vorräten und Hilfsmitteln. Dann fahren sie mit dem Auto direkt in den Wald, gehen 5 Schritte, bringen die Hängematte am nächsten Baum an und gehen davon aus, dass sie dadurch jegliche Extremsituation überstehen und 5 Monate in der freien Natur zurechtkommen würden. Eventuell haben sie dann noch Ausrüstungsgegenstände, die noch nicht einmal ausgepackt sind oder sie haben keine Ahnung, wie diese praktisch eingesetzt werden oder funktionieren. Bei diesem Thema muss ich auch selbst noch viel weiterdenken und meine Praxis noch erweitern. Der Kauf und Besitz alleine ist gerade bei Survival und Notfallausrüstung viel zu wenig, trotzdem fühlen sich einige Leute bereits nach der Anschaffung wohler. Man kann gar nicht oft genug sagen, dass der Umgang mit Ausrüstung nicht nur bekannt sein muss, sondern geübt sein will. Warum machen wohl die Feuerwehr, das Militär, Rettung und Polizei immer wieder Übungen mit ihren Hilfsmitteln? Wenn man erst im Ernstfall herausfinden muss, wie etwas funktioniert und was man mit den Dingen überhaupt so machen kann, dann ist es mit großer Wahrscheinlichkeit zu spät. Egal ob Selbstverteidigung, Erste-Hilfe, Feuermachen, Umgang mit dem Messer und Werkzeugen, keine Fähigkeit und Fertigkeit, fällt einem in den Schoß, sondern muss erarbeitet werden. Der voll ausgestattete Prepperkeller gibt eventuell ein gutes Gefühl und vermittelt Sicherheit und Selbstvertrauen, aber die oberste Priorität des Preppers, sollten immer Wissen und Fähigkeiten sein.

Problem Nr. 5: keine lebende Vorratshaltung

Wer einen umfangreichen Vorrat zuhause hat, muss sich darüber im Klaren sein, dass auch diese Ausstattung Zeit und Engagement braucht. Lebensmittel und Wasser müssen auf Stand gehalten werden, also je nach Verderblichkeit und Haltbarkeit rotiert und erneuert werden. Wer selbst Lebensmittel haltbar machen möchte, wird auch schnell merken, dass damit viel Arbeit verbunden ist, bzw. geht auch mal was schief (undichte Einmachgläser z.B.). Aber auch Werkzeug und andere Ausrüstungsgegenstände brauchen Pflege und Wartung. Wenn es zu einer Krise kommt und dann Nahrung verdorben ist oder Ausrüstung defekt ist und nicht funktioniert, wird das nicht nur ärgerlich sein, sondern im worst case eine Gefahr für Leib und Leben sein. Mein Vorrat ist noch nicht so umfangreich, doch ich merke bereits jetzt, dass es gar nicht so einfach ist alles sinnvoll auf Stand zu halten. Ich versuche zwar nicht für extrem lange Zeiträume ausgestattet zu sein, aber dennoch sammelt sich immer mehr und mehr an. Ich sehe es als wichtig, dass die Krisenvorsorge und die Vorratshaltung ein „lebendes System“ ist und ständig optimiert, ausgebaut und betreut werden sollte. In Bezug auf Fluchtausrüstung und Surivalausrüstung, braucht es aus meiner Sicht regelmäßige Verwendung und Übung und das Zeug sollte nicht nur in einer Ecke liegen und verstauben.


 

Was ist eure Meinung zu diesen Themen und Problemen? Waren euch diese Bereiche bewusst oder bringt euch der Artikel zum Denken? Ich würde mich über einen Kommentar und ein Like freuen, ganz besonders würde mich ein Abo meines Blogs freuen!

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