Krisenvorsorge – Schneechaos statt Zombies?

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In Verbindung mit Preppern hört und liest man doch öfter vom Weltuntergang, einer Zombieapokalypse, dem 3.Weltkrieg und anderen Endzeitszenarien, aber Krisenvorsorge sollte sich eher bei realen Vorkommnissen orientieren. Da ich in letzer Zeit viele Erfahrungsberichte und Artikel durchforstet habe und mich schon lange interessiert, was sich bei realen Krisen abspielt, möchte ich ein Beispiel nennen, das sich auf das Schneechaos im November 2005 in Deutschland bezieht, mehr dazu in diesem Artikel.

Auf dieses Thema bin ich gekommen, weil es in den vergangenen Tagen auch bei uns in Österreich zu massiven Probleme mit großen Schneemengen gekommen ist. Das Alpenvorland hatte mit Schneemassen zu kämpfen, die für diese Zeit eher untypisch waren. Es kam zu Muren, Stromausfällen und die Behörden hatten alle Hände voll zu tun. Die Katastrophe in Deutschland war dazu vergleichsweise noch weit dramatischer. Soweit ich gelesen habe, brachen damals ca. 80 Strommasten zusammen. Das lag zum Ersten am extrem schweren Schnee und zum Zweiten an der schlechten Stahlqualität der Masten. Dadurch kam es zu großflächigen Stromausfällen und der Sperrung von Straßen aufgrund von Kabeln, die auf der Fahrbahn gelandet waren.

Aber wie ging es den Leuten dort? Ich fand einen Erfahrungsbericht einer jungen Dame und sie schrieb, dass am Freitag den 25.November der Strom in ihrem kleinen Städtchen ausfiel. Der Strom war aber tatsächlich in weiten Teilen des Münsterlandes weg und das für einen längeren Zeitraum. Am Samstag ging die Frau mit einem Rucksack in den nächsten Supermarkt und kaufte mal Batterien, Konserven und Brot, da die Kassen nicht funktionierten, wurde die Abrechnung mit Block und Stift gemacht. Zum Teil mussten die Verkäufer die einzelnen Kunden beim Einkauf begleiten. Die Waren konnten aufgrund des Chaos auch nicht nachbestückt werden. Wenn sie nicht ein wenig Bargeld gehabt hätte, wäre ein Einkauf gar nicht erst möglich gewesen.

Aus diesen Umständen kann man gleich die ersten Schlüsse ziehen, obwohl es gerade mal um einen Stromausfall von ein paar Stunden geht. Ein kleiner Vorrat an Lebensmitteln, Trinkwasser, Batterien und auch Bargeld, machen aus diesen Erfahrungen heraus, durchaus Sinn. Auch Kerzen und Taschenlampen können zumindest dafür sorgen, dass man nicht komplett im Dunkeln sitzt.

Durch das Besorgen der Waren und mit Hilfe eines alten Gaskochers, konnten sie sich mit der Taschenlampe im Mund zumindest eine Mahlzeit zubereiten. Aber auch wenn sie Essen hatten, kam schon das nächste Problem auf sie zu, die Heizung funktionierte nicht. Das bedeutet es war kalt und auch das Wasser im Boiler konnte nicht mehr erwärmt werden. Noch schlimmer als die Kälte, war lt. ihren Aussagen das Gefühl der Abgeschnittenheit vom Rest der Welt. Sie hatten im Prinzip keine Ahnung, ob und wann der Strom wiederkommen würde. Sie fanden dann ein altes, batteriebetriebenes Radio, damit erfuhren sie von einem Auffanglager der Feuerwehr, wo es Essen und Erste-Hilfe gab.

Auch daraus kann ich wieder Erkenntnisse ziehen, ohne Strom war es nicht möglich zu heizen. Es wurde kalt, Licht gab es nur mittels Taschenlampen und die Nahrung konnte auch nur erwärmt werden, weil ein Gaskocher zur Verfügung stand. Daher bin ich sehr froh, dass wir einen alten Küchenofen haben, mit Holz befeuert erzeugt er so viel Wärme, um zumindest ein Stockwerk unseres Hauses warm halten zu können. Zusätzlich bietet er die Möglichkeit auch Nahrung darauf zu kochen und auch Wasser zu erhitzen in einem Blecheimer. Das batteriebetriebene Radio war die einzige Verbindung zur Außenwelt, ohne dieses Hilfsmittel, hätten sie niemals vom Auffanglager erfahren, das die Feuerwehr eingerichtet hatte. Radios mit Batteriebetrieb oder auch Akkus, die man mit einer Kurbel lädt kosten nur wenige Euro und können doch so nützlich sein.

Es dauerte dann noch bis Montagabend, bis der Strom wieder zur Verfügung stand und Heizung, bzw. das Telefon wieder funktionierten. Dieses Erlebnis hat die junge Frau geprägt, seither hat sie immer einen kleinen Vorrat zuhause. Darunter Nahrungsmittel wie Konserven, Mehl, Zucker, Mineralwasser und einiges mehr. Sie hat aus dieser Situation gelernt, dass viele Dinge in unserem Leben nicht selbstverständlich sind, so eine Hilflosigkeit möchte sie nicht mehr erleben. Sie sieht jetzt auch die Vorschläge auf Krisenvorsorge seitens der Regierung in einem ganz anderen Licht. Die Behörden und auch die Regierungen, sind sich sehr bewusst, dass es Risiken gibt und es nicht immer die Möglichkeit geben wird unmittelbar Hilfe leisten zu können. Diese Ratschläge sind also keine Panikmache oder Paranoia, sondern durchaus begründet.

Gerade jetzt sehen wir in Österreich wieder, wie schnell es zu Problemen kommen kann, in Bezug auf Schnee. Da werden Straßen gesperrt und ganze Orte von der Umwelt abgeschnitten. Lawinen zerstören Häuser, Verkehrswege und behindern Hilfskräfte. Menschen werden plötzlich wachgerüttelt und sehen was ihnen alles fehlt, wenn Versorgungswege plötzlich abgeschnitten sind. In Salzburg waren kurzfristig 6000 Menschen vom Chaos betroffen, die dringend Hilfe brauchten. Kaum jemand hat bei uns für solche Vorkommnisse lückenlos vorgesorgt und das ist bedenklich, vielleicht sogar unverantwortlich.

Man könnte das dann noch weiterspielen und mal über mehrere Wochen ohne Strom nachdenken, dann kommt es noch zu viel weitreichenderen Problemen. Man braucht nur an Banken, Geschäfte, Tankstellen, Krankenhäuser und andere wichtige Einrichtungen denken, die ohne Strom den Betrieb über kurz oder lang einstellen müssen. Aber unterm Strich reichen wenige Tage ohne Strom aus und schon bricht das Chaos aus. Somit wäre ein Umdenken sinnvoll, wir sollten kapieren, dass die Versorgung mit Strom, Trinkwasser und Waren jeglicher Art unter bestimmten Umständen auch ausbleiben kann. Es geht also nicht zwangsläufig um das Ende der Welt, Zombies oder einen Weltkrieg, sondern um vernünftige und aus meiner Sicht auch notwendige Krisenvorsorge, die uns helfen kann über kleine oder auch größere Probleme hinweg zu kommen. Hilfskräfte und Behörden haben Grenzen und wo diese beginnen, sollten unsere Vorbereitungen ansetzen. Warum sollten sie uns auch vorschlagen vorzusorgen, wenn sie sich sicher wären, alles für immer und ewig unter Kontrolle zu haben?

Hier eine gute Seite zum Thema Zivilschutz (wie man Krisenvorsorge auch noch nennen könnte): http://zivilschutzverband.at/

Einerseits habe ich mich lange nicht für Krisenvorsorge interessiert, schließlich habe ich auch noch nie eine reale und bedrohliche Krise erlebt, dennoch stehe ich jetzt dazu. Wer sich nur ein wenig mit Erfahrungsberichten aus Krisen, Kriegen und Ausnahmesituationen auseinandersetzt, wird sich schnell bewusst, dass es nicht auszuschließen ist so etwas mal zu erleben. Aus jeder kleinen Geschichte kann man Erkenntnisse ziehen und seine eigenen Voraussetzungen neu bewerten, wie auch das Beispiel mit dem Schneechaos zeigt. Wie weit man bei der Vorsorge geht, bleibt selbstverständlich jedem selbst überlassen, aber gar keine Vorsorge zu betreiben, halte ich für die schlechteste Option. Ich denke auch, dass es für uns doch weit einfacher wäre, zukünftige Krisen zu überstehen, wenn mehr Menschen sich mit diesem Thema zumindest mal grundsätzlich auseinandersetzen würden. Somit wären Behörden nicht so überfordert und könnten denjenigen, die tatsächlich ohne Hilfe nicht mehr zurecht kommen besser helfen. Sobald ein großer Teil der Bevölkerung zumindest ein paar Tage auch alleine zurechtkommen würde, wäre damit schon viel gewonnen.

Krisenvorsorge kann auch im kleinen und einfachen Rahmen stattfinden und muss nicht immer auf worst case Szenarien abzielen. Niemand braucht sich zu schämen, wenn er oder sie Vorsorge betreibt und aus diesem Grund versuche ich auch ein Bewusstsein dafür zu schaffen.

Betreibt ihr Krisenvorsorge? Wenn ja im Kleinen oder im großen Stil? Würdet ihr bei einem Wochenende ohne Strom Probleme bekommen? Schreibt mir dazu bitte einen Kommentar, über ein Like und ein Abo meines Blogs, würde ich mich sehr freuen!

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