Survival – Gefahr Unterkühlung und Überhitzung?

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Unser Körper hat eine ideale Betriebstemperatur, um diese 36 – 37° Celsius zu halten, sind wir mit raffinierten Mechanismen ausgestattet. Leider hat diese Regelung auch ihre Grenzen und es kann dazu kommen, dass wir eine Unterkühlung oder eine Überhitzung erleiden. Was passiert dann und was kann oder sollte man tun? Mehr dazu in diesem Artikel.

Man sollte meinen, dass diese Probleme nur dann auftreten, wenn wir uns im Freien befinden, sicher ist die Chance da weit höher, aber auch in einem Haus ohne Heizung, könnte eine Unterkühlung auftreten. Im Sommer kommt es mitunter auch im Inneren von Gebäuden zu Überhitzungen und den damit verbunden Problemen. In meiner Vorstellung sehe ich solche Probleme vielleicht in Bezug auf eine Krise bei einem Stromausfall, also wenn tatsächlich die Heizung ohne Funktion wäre, aber auch im Zuge einer Flucht, also eines Bugouts. Wer gezwungen ist in die Natur zu flüchten oder zumindest das Haus zu verlassen, könnte sowohl mit Überhitzung oder Unterkühlung zu tun bekommen, je nach den äußerlichen Umständen.

Da ich eine Unterkühlung als wahrscheinlicherer einschätze, fangen wir mit diesem Problem an. Eine leichte Form der Unterkühlung ist zwar nicht lebensbedrohlich (für einen gesunden Menschen), sollte aber auch nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Sinkt die Körpertemperatur unter 32°C, ist definitiv ärztliche Hilfe ideal, ist das nicht möglich, sollte man zumindest Erste-Hilfe leisten. Eine Wiederbelebung sollte man auch versuchen, wenn der oder die Betroffene tot zu sein scheint. Dabei sollte man aber bedenken, dass das Herz bei Unterkühlung sehr instabil sein kann und die Behandlung demnach so vorsichtig wie möglich durchgeführt werden muss, sonst kann es zu Herzrhythmusstörungen kommen.

Von einer Unterkühlung spricht man bereits ab 35°C, in der Fachsprache nennt man diesen Zustand Hypothermie. In diesem Zustand können Organe unter Umständen nicht mehr richtig funktionieren und die Situation ist definitiv lebensbedrohlich. Gerade für Säuglinge, erschöpfte, kranke oder ältere Personen insbesondere. Zu einer Unterkühlung kann es durch verschiedenste Bedingungen kommen, dazu gehören folgende Umstände:

  • Tiefe Außentemperaturen
  • Ungeeignete Kleidung bei Kälte
  • mangelnde Bewegung bei kalter Witterung
  • Aufenthalt im Wasser (auch im Sommer)
  • Sturz in kaltes Wasser (Einbrechen im Eis)
  • feuchte Kleidung
  • kalte Luft (Wind, Zugluft)
  • mangelnde Isolierung zum kalten Boden
  • Bewusstlosigkeit nach einem Sturz
  • Großflächige Verbrennungen
  • Unfälle in Verbindung mit Schnee und Eis

Das erste Stadium der Unterkühlung liegt zwischen 35°C und 32°C, diese Zone bezeichnet man als „leichte Unterkühlung“. Man beginnt zu zittern, die Haut wird blass (bläulich), der Herzschlag beschleunigt sich, Nervosität und Unwohlsein tritt auf, die Extremitäten fühlen sich kalt an und die Atmung kann hastiger werden (jeder hat schon von Schnappatmung gehört).

Bei einem weiteren Absinken der Körpertemperatur im Bereich 32°C bis 28°C, spricht man von einer mittleren Unterkühlung. Betroffene haben hier bereits Bewusstseinsstörungen, wirken teilnahmslos, das Zittern hört mitunter wieder auf, die Haut färbt sich dann bereits ins Gräuliche, die Muskeln wirken starr, Herzschlag und Atmung verlangsamen sich wieder und sogar das Schmerzempfinden geht wieder zurück. Dieses Stadium nennt man auch „Erschöpfungsstadium“.

Bei einer schweren Unterkühlung befindet sich die Körpertemperatur im Bereich von 28°C bis 24°C und die Person ist schon extrem geschwächt. Es stellt sich ein extremes Müdigkeitsgefühl ein und das kann bis zur Bewusstlosigkeit gehen. Die Pupillen sind weit geöffnet, die Organfunktionen fahren immer weiter zurück (Atmung, Herzschlag). Der Zustand kommt einer Lähmung gleich.

Das nächste Stadium könnte man bereits als Scheintod bezeichnen, Opfer sind hier meist schon bewusstlos, die Pupillen sind starr, Lebenszeichen wie Puls, Atmung und Blutdruck sind kaum mehr messbar.

Lebensbedrohlich ist eine Unterkühlung bereits ab dem zweiten Stadium, ein Herzstillstand kann in diesem Bereich bereits auftreten, jedes weitere Stadium erhöht das Risiko dramatisch.

Was sollte man nun bei einer Unterkühlung tun?

Soweit möglich, wäre ärztliche oder besser notärztliche Hilfe die beste Wahl, der Zustand der Person sollte genau eingeschätzt werden. Dazu kann man die Atmung (Atemwege) überprüfen, den Puls fühlen und feststellen, ob eine Bewusstlosigkeit vorliegt. Atmet die Person noch, wäre eine stabile Seitenlage ratsam und die Atmung sollte immer wieder kontrolliert werden. Ist keine Atmung mehr feststellbar, sollte eine Wiederbelebung versucht werden, dazu 30 x Herzdruckmassage und 2 x Beatmung durchführen. Das sollte man solange machen, bis Hilfe eintrifft. Bei einer Unterkühlung macht es auch Sinn das durchzuführen, wenn die Person tot zu sein scheint. Da die Kälte das Gehirn und auch andere Organe vor dem Sauerstoffmangel schützt, wäre es möglich, trotz längerem Herzstillstand ohne Folgeschäden zu überleben.

Wie kann man eine unterkühlte Person wärmen?

Das Herz ist wie bereits erwähnt eher instabil bei unterkühlten Personen, somit sollten alle Maßnahmen vorsichtig und langsam erfolgen. Das bedeutet keine schnellen Bewegungen des Betroffenen, wenn möglich, könnte man die Person in einen wärmeren, trockenen Platz bringen (Achtung: vorsichtiger Transport der Person!). Hat die Person nasse Kleidung an, sollte diese gegen trockene Kleidung getauscht werden. Ein Schutz vor Wind und Kälte in irgendeiner Form, sollte gewährleistet werden (Rettungsdecke z.B.). Muss Kleidung entfernt werden, ist oftmals das Aufschneiden stressfreier, als die Sachen auf normale Weise auszuziehen. Man sollte den Körper aus der Mitte heraus wärmen, also Brust, Nacken und am Kopf wärmen, auf keinen Fall sollte man die Gliedmaßen massieren oder erwärmen, das könnte zu Herz- und Kreislaufstörungen führen. Ein heißes Bad ist ebenfalls gefährlich. Warme Getränke könnten langsam zugeführt werden. Der Zustand der Person sollte laufen im Auge behalten werden, um jede Veränderung erkennen zu können.

Folgeschäden einer Unterkühlung können in Richtung lokale Frostschäden am Gewebe gehen, es kann zu Herzrhythmusstörungen kommen, Organe könnten versagen und nach dem Erwärmen, wären zusätzliche Folgekomplikationen denkbar. Daher sollte man die betroffene Person auch nach einer Unterkühlung weiter beobachten oder idealerweise medizinisch überwachen.


 

Auch eine Überhitzung ist in unseren Breiten möglich, dazu genügt es bei hohen Temperaturen an Flüssigkeitsmangel zu leiden. Bekommt man nicht genug Elektrolyte zugeführt, reagiert der Körper eventuell mit einer Hitzerschöpfung, vor allem bei intensiver, körperlicher Anstrengung. Die Anzeichen für eine Überhitzung sind Kopfschmerzen, Erschöpfung, Schwindel und Übelkeit. Auch eine Überhitzung kann eine Bewusstlosigkeit auslösen, das nennt man dann Hitzekollaps. Dieser Kollaps dauert aber meist nur kurz und steht oft in Verbindung mit einem Hitzschlag oder einem Sonnenstich. Mitunter kann es aber auch zu sehr kritischen Verläufen kommen.

Die Ursachen für einen Hitzschlag sind wohl weitgehend bekannt, eine Überhitzung zu erkennen, ist allerdings nicht so einfach. Man sollte auf die bereits oben genannten Symptome achten und zusätzlich auf folgende Anzeichen:

  • Wärmegefühl (ähnlich dem Gefühl bei Fieber)
  • großer Durst, trockene Schleimhäute
  • gerötete Haut und starkes Schwitzen
  • in weiterer Folge aber auch blasse Haut und kalter Schweiß
  • flache Atmung bis zur Atemnot
  • Krämpfe
  • Ein Gefühl von Schwäche, Krankheitsgefühl
  • Flimmern vor den Augen
  • Ohrensausen
  • Erbrechen

Was sollte man bei einer Überhitzung tun?

Das Rufen eines Arztes oder der Rettung, wäre die beste Lösung, steht diese Option nicht zur Verfügung, könnte man noch andere Maßnahmen einleiten. Betroffene sollten sofort an einen kühleren Ort gebracht werden (von der Sonne in den Schatten, aus dem Freien in einen kühlen Raum) und kalte Getränke sollten unbedingt langsam zugeführt werden. Die Person in kaltes Wasser zu schicken oder kalt abzuduschen, könnte zu einem Schock führen, auch die Abkühlung, sollte langsam von statten gehen. Der Zustand der Person ist genau zu überprüfen, besteht Bewusstlosigkeit, funktioniert die Atmung noch? Die Person sollte soweit es geht wach gehalten werden, besteht eine Bewusstlosigkeit, wäre eine stabile Seitenlage empfehlenswert. Besteht ein Atem- und Kreislaufstillstand, muss umgehend eine Herz-Lungen-Wiederbelebung ausgeführt werden. Ist die Haut gerötet, fiebrig heiß und trocken, deutet das auf einen Hitzschlag hin, hier wäre eine sitzende Position, mit einer erhöhten Lage von Oberkörper und Kopf gut, sofern kein Anzeichen für einen Schock besteht.

Wie kann man eine Überhitzung behandeln?

Die Behandlung kann mit 3 Punkten erfolgen, man sollte für Ruhe, Kühlung und Flüssigkeitszufuhr sorgen. Eine Sofortmaßnahme wäre die Person aus der Hitze zu bringen, also weg von der Sonne oder dem heißen Ort. Kleidung sollte man öffnen oder ausziehen, damit ein Wärmeaustausch besser funktioniert. Besteht die Möglichkeit, kann man kühle Getränke langsam zuführen (sofern kein Erbrechen vorliegt), sofern zumutbar, könnte man den Kopf unter kühles Wasser halten, mittels Coolpacks oder kalten Umschlägen Nacken, Hände und Füße kühlen. Auch das zufächeln von Luft kann helfen. Die Person sollte in eine ruhige und angenehme Lage gebracht werden (je nach Zustand sitzend oder liegend), eine erhöhte Lage der Beine, könnte vorteilhaft sein. Auch nach einer erfolgreich überstandenen Überhitzung, sollte sich die Person noch einige Tage schonen.

Zu den Auswirkungen einer Überhitzung gehört im schlimmsten Fall eine Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit, durch den starken Flüssigkeitsverlust, kommt es zu einer Dehydration und einer Verdickung des Blutes. Um den Körper abzukühlen, pumpt das Herz verstärkt Blut in die Gliedmaßen, das kann dazu führen, dass es zu einer Blutarmut im Herzen kommt. So pumpt das Herz schneller, der Blutdruck sinkt jedoch, das ist auch der Grund, warum es zu einer Bewusstlosigkeit kommen kann, da zu wenig Blut ins Gehirn kommt. Dann versucht der Körper aber immer noch die Organe mit Blut zu versorgen und zieht das Blut aus den Gliedmaßen wieder ab, dann wird die Haut blass, bzw. kalt und der Blutdruck sinkt eventuell noch weiter. Kreislauf und Atmung, können im schlimmsten Fall versagen. Es kann auch vorkommen, dass sich durch den Blutmangel im Gehirn ein Ödem bildet und es zu einer Schwellung des Gehirns kommt, das löst dann erhebliche Kopfschmerzen aus. Beschränken sich die Symptome hauptsächlich auf den Kopf- und Nackenbereich, wobei der Körper sich normal anfühlt, könnte ein Sonnenstich vorliegen.

Gegenmaßnahmen zur Vorbeugung gegen Überhitzung wären wie folgt:

  • ausreichend trinken
  • direkte Sonneneinstrahlung vermeiden
  • körperliche Anstrengung in der Hitze vermeiden
  • genau auf das Durstgefühl achten
  • passende Kleidung wählen, die eine Wärmeabgabe nicht behindert
  • den Kopf mit einer Kopfbedeckung schützen
  • helle Kleidung reflektiert Wärme besser als dunkle

 

Im Grunde möchte man weder eine Unterkühlung, noch eine Überhitzung erleben, beide Zustände können definitiv lebensbedrohlich sein und man sollte von vorn herein versuchen beides zu vermeiden. Eine Überhitzung halte ich in unseren Breiten als eher unwahrscheinlich, aber sicher nicht für unmöglich. Mit der Hitze kann ich auch besser umgehen, als mit der Kälte, somit sehe ich für mich persönlich eine Unterkühlung als bedrohlicher an.

Seht ihr Unterkühlung und Überhitzung als reale Bedrohungen und was könnte in eurem persönlichen Umfeld schneller eintreten? Schreibt mir dazu bitte einen Kommentar, über ein Like und ein Abo meines Blogs, würde ich mich ganz besonders freuen.

 

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