10 Fehler, beim Prepping und beim Survival

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Wenn es um Prepping oder Survival geht, machen Menschen Fehler, vor allem, wenn sie neu sind auf dem Gebiet, da möchte ich mich gar nicht ausschließen, aus meiner eigenen Erfahrung, bzw. durch Erfahrungen und Tipps anderer, habe ich eine Liste mit 10 Fehlern zusammengestellt. 

Ich hoffe, diese Liste hilft euch zu orientieren und gewisse Dinge neu zu beurteilen und Fehler von vorn herein zu vermeiden.

Fehler 1 – Nur für EIN bestimmtes Szenario vorbereiten

Wenn ich mich vor einem Stromausfall fürchte, der über 3 Monate gehen könnte und bereite mich intensiv auf dieses Szenario vor und nichts Anderes, dann werde ich spätestens dann ein Problem haben, wenn etwas passiert, dass ich nicht erwartet habe. Es ist schon klar, dass man sich nicht für jedes erdenkliche Desaster vorbereiten kann, aber sich nur auf eine spezielle Krise vorzubereiten, ist nicht der richtige Weg. Es wird nötig sein, abzuwägen, welche Umstände an deinem Heimatort am ehesten eintreten könnten, in meinem Fall wäre das z.B. ein längerer Stromausfall, eventuell Krieg oder eine Wirtschaftskrise, für einen Tornado, eine Springflut oder Vulkanausbruch, werde ich mich nicht vorbereiten müssen, so etwas passiert bei uns ziemlich sicher nicht. Eventuell kann man ja in die Geschichte blicken, welche Krisen gab es in den letzten 100 – 200 Jahren, dort wo ich wohne, wenn es schon einmal passiert ist, könnte es wieder passieren, die Geschichte wiederholt sich nur zu gerne.

Fehler 2 – Vor lauter Krisenvorsorge, keine Zeit mehr zum Leben

Natürlich kann man viel Energie, Geld und Zeit in Krisenvorsorge und Prepping investieren, wer aber dabei vergisst, die Vorzüge des jetzigen Lebens zu genießen, wird sich und seinen Mitmenschen nichts Gutes damit tun. Es wäre auch falsch, seine Familie und Freunde in einen Wahn mit hinein zu reißen und so ein normales Familienleben zu verhindern. Man kann ja heute mal an Krisenvorsorge denken und im Garten oder Wald „Feuerbohren“ üben, aber am nächsten Tag in ein nettes Restaurant essen gehen, warum nicht. Es ist sicher gut, hin und wieder die Komfortzone zu verlassen und Fähigkeiten und Survivalwissen zu testen und zu üben, aber ob es Sinn macht, jetzt schon zu leben, als wäre etwas passiert, ist fraglich, aber auch solche Leute gibt es.

Fehler 3 – Ich brauch kein Wissen, ich brauche Vorräte

Viele fühlen sich schon sicher, wenn sie ein paar volle Regale im Keller oder in der Garage haben, mit Essen, Wasser und was sonst noch alles wichtig ist, falls die Geschäfte zu haben. Ohne Vorräte zu überleben, wollen sie nicht lernen, das brauchen sie ja nicht. So, nun kommt die große Krise, der Staat beschlagnahmt die Vorräte, diese werden gestohlen oder das Haus wird zerstört und man steht da, hat nichts mehr und weiß auch nicht, wie man sich versorgen soll, spätestens da, wird einem klar, dass man nicht nur Bevorraten sollte, sondern auch lernen muss, wie man an Essen und Wasser kommt und sich vor Kälte usw. schützt, wenn man keinen Zugriff mehr auf sein Lager und seine Ausrüstung hat. Solange man nicht einen Bunker besitzt, der für einen langen Zeitraum eine „off grid“ Versorgung gewährleistet, ist es bedenklich, alles auf eine Karte zu setzen.

Fehler 4 – schlechte Organisation

Diesen Fehler habe ich leider auch selbst gemacht, da schaut man ein Video auf Youtube, über ein EDC (every day carry) – Bag und los geht´s, sofort auf Amazon alles Nötige bestellt. Fluchtrucksack? „Super Sache, da stell ich gleich was zusammen“, dann denkt man sich, „eigentlich könnte ich ja zuhause vorsorgen, was ist, wenn ich nicht flüchten muss“? Also wird schnell Wasser eingelagert, Notnahrung gekauft, plötzlich fällt einem ein, dass es ja Bücher gibt, man beginnt zu lesen und stellt fest, die gekaufte Ausrüstung ist ja gar nicht geeignet, also kauft man wieder was Neues und so geht das weiter. Man sollte sich einfach mal intensiv mit Krisenvorsorge beschäftigen, über Survival und Prepping etwas lesen und schauen (Youtube z.B.), dann seine eigene Situation bewerten (was kann eintreten, was möchte ich „überleben“), dann lernen, wie man ohne Vorräte oder Ausrüstung zurechtkommt und erst dann, wenn man genau weiß, welche Ausrüstung und Vorräte man braucht und haben möchte, dann kann man einkaufen. Die Vorräte müssen natürlich auch rotiert werden, also ausgetauscht, wenn sie abgelaufen sind oder das Wasser nicht mehr trinkbar ist, die Ausrüstung gehört gewartet und sollte möglichst einsatzbereit gehalten werden. Auch das erfordert Organisation und sollte beachtet werden.

Fehler 5 – die Ausrüstung liegt auf Lager, jetzt bin ich safe

Ausrüstung kann schon eine große Hilfe sein, aber diese nur zu haben, wird mit großer Wahrscheinlichkeit nicht ausreichen. Wenn ich einen Kompass habe, mir fehlt aber jede Kenntnis davon, wie man das Ding richtig zur Orientierung einsetzt, dann ist er nutzlos, das teure Jagdmesser ist ein echter Hammer, wenn ich es aber zum ersten Mal in der Hand habe und noch nie Holz damit bearbeitet habe, werde ich mir eher weh tun, als etwas Sinnvolles damit zu Stande zu bringen. Es gibt viele Handgriffe, die wir im Leben lernen, wenn wir aber etwas lange nicht mehr gemacht haben, dann nutzt das beste Werkzeug nichts, wir werden es nicht leicht haben, das ursprüngliche Geschick wieder zu erreichen, also muss man den Einsatz der Ausrüstung, tatsächlich regelmäßig üben, sonst wird man es in einer ernsten Situation relativ schwer haben. Was ist, wenn das gekaufte Tool Schrott ist und man merkt das genau dann, wenn man darauf angewiesen ist?

Fehler 6 – falsche Prioritäten

Nehmen wir an, die Wirtschaft ist zusammengebrochen, es gibt zivile Unruhen, Geschäfte und Tankstellen sind geschlossen, Plünderungen und Einbrüche sind Alltag, also her mit dem Fluchtrucksack und ab in den Wald. Zuerst fängt man sich ein leckeres Reh und macht Feuer, für ein tolles BBQ, super, aber 2 Stunden später schneit es, es kühlt auf -10 Grad ab in der Nacht und man liegt im Freien, weil man keinen Unterschlupf hat und erfriert, blöd gelaufen. Es ist wichtig, sich in einer Survivalsituation immer zuerst mit der größten Bedrohung auseinanderzusetzen. Das Wichtigste ist natürlich Luft, es könnte in der Umgebung brennen und der Rauch erschwert das Atmen, man hat aber zuerst an eine Atemmaske gedacht und übersteht das, bewaffnete Leute sind unterwegs, man sucht sich sofort ein gutes Versteck, es wird kalt, also baut man sich einen Unterschlupf, um vor der Witterung geschützt zu sein, bzw. macht dann ein Feuer und erfriert nicht, am nächsten Tag sucht man nach Wasser und findet einen Bach, dadurch verdurstet man nicht, jetzt kann man sich auch um Essen kümmern, so oder ähnlich wäre das denkbar. Was mich am ehesten bedroht, bekommt die erste Priorität.

Fehler 7 – in meiner Festung, bin ich sicher

Das Haus wird verrammelt, Stacheldraht im Garten platziert, der Keller ist voller Vorräte und es sind Waffen und Patronen da, was soll da schon sein. Wenn verzweifelte Menschen vorbeikommen, die durstig sind, Hunger haben und frieren, wird sie die Verzweiflung dazu treiben, so lange zu versuchen, an eure Reserven zu kommen, bis sie es schaffen, selbst wenn sie dabei vielleicht draufgehen. Sie zünden euch vielleicht das Haus an und räuchern euch aus, wäre möglich. Das Militär hat noch ganz andere Methoden euch aus dem Haus zu treiben (Tränengas, Rauchbomben, usw.), vielleicht solltet ihr euch überlegen, was ihr tut, wenn ihr die „Festung“ nicht halten könnt, eventuell kann nur mehr ein kontrollierter Rückzug euer Überleben sichern, also verlasst euch nicht nur auf eure Waffen und Munition und ein verbarrikadiertes Haus.

Fehler 8 – kein Fluchtort, keine Route

Manche denken, wenn sie flüchten müssen, werden sie schon einen Ort finden, wo sie hingehen können, darüber denken sie doch jetzt noch nicht nach. Es könnte durchaus sein, dass man sein Haus recht rasch verlassen muss, in dem Moment gibt es vielleicht keine Hilfe seitens Behörden, Regierung oder Militär. Somit muss man das Ziel und den Weg selbst wählen, wenn man jetzt erst anfängt nachzudenken, könnte es möglicherweise schwierig werden, die richtige Entscheidung zu treffen. Ich muss ehrlich sagen, dass ich mir schon überlegt habe, wo ich hingehen würde, es kommt halt darauf an, ob man noch das Auto nutzen kann, oder zu Fuß flüchten muss. Den Weg zum Fluchtort (oder zu den Fluchtorten in meinem Fall), kenne ich schon, eventuell werde ich auch mal eine gemütliche Wanderung auf diesen Wegen machen, spricht nichts dagegen. Vielleicht sollte man sich hier ein paar Möglichkeiten offen halten, verschiedene Ziele wählen und sich auch anschauen, wie man dorthin kommt, mit verschiedenen Fahrzeugen oder auch zu Fuß.

Fehler 9 – ein Fluchtrucksack, der 40kg wiegt

Es ist manchmal unglaublich, wie viel Zeug jemand in einen Rucksack bekommt, da wird gestopft und gepreppt, bis es weh tut, dann hängt man sich das Ding um und kann kaum aufstehen. Leider habe auch ich hier das Problem, dass ich viel zu viele Sachen besorgt habe und mit Sicherheit nicht alles einpacken kann. Es mag gut trainierte Leute geben, die mit 30 – 40kg Gepäck, kilometerweit gehen können, ich kann es nicht und ein Großteil der Bevölkerung, kann es auch nicht. Mein Ziel für ein Bugout-Bag, liegt bei maximal 15kg, besser wäre es, wenn es nur 10kg hat, damit kann ich sicher auch längere Strecken gehen, bevor mir die Luft ausgeht. Darum ist es ja auch so wichtig, dass man auch Tricks kennt und Fähigkeiten hat, die Natur und Umgebung zu nutzen, um sich mit nur sehr wenigen Hilfsmitteln versorgen zu können. Beim Fluchtrucksack, ist also weniger oftmals mehr.

Fehler 10 – eines ist keines 

Wenn wir schon beim Fluchtrucksack sind, nehmt nicht ein einziges Feuerzeug mit, nehmt zwei, es hat kaum Gewicht und ist immer noch der einfachste Weg ein Feuer zu machen. Dinge können kaputtgehen, man kann sie verlieren, sie können einem gestohlen werden, bei den wichtigsten Dingen, solltet ihr ein Backup mithaben. Lasst dafür unnötigen Kram weg und verdoppelt die Anzahl bei relevanten Dingen, wenn es mehrere Möglichkeiten gibt etwas zu tun (z.B. Feuermachen), nehmt auch mehrere Varianten mit, ein Feuerzeug, einen Feuerstahl, ein Brennglas, oder was euch sonst noch einfällt. Bei Feuerzeugen, wäre es auch denkbar, dass ihr es als Tauschmittel einsetzen könnt. Überlegt einfach, was euch hart treffen würde, wenn es plötzlich weg wäre.

Mit 10 Fehlern, wird es hier nicht getan sein, ich werde in meinen Vorbereitungen und meiner Recherche zum Thema Prepper, sicher noch auf weitere Dinge stoßen, die zu beachten sind. Daher folgt vielleicht noch ein Teil 2 mit weiteren, möglichen Fehlern. Und, habt ihr bereits einen der oben genannten Fehler gemacht, oder seid ihr fehlerlos und die „perfekten Prepper“? Ich würde mich über einen Kommentar freuen!

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