Trinkwasser und was man beim Survival beachten muss!

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Wasser ist wichtig für uns Menschen, je nach Alter und körperlicher Verfassung, kommen wir nur wenige Tage ohne aus. Ist die Wasserversorgung weg, kommt es zu Schwindelgefühl, der Blutdruck fällt ab und nach einiger Zeit werden die Nieren versagen. Wir sind es gewohnt einfach zum Wasserhahn zu gehen, aufzudrehen und dann unseren Durst zu stillen. Wird die Wasserleitung mal abgedreht, wegen Reparaturen, können wir immer noch zur Mineralwasserflasche greifen und wenn nichts zuhause ist, kaufen wir eben was. Wasser ist einfach eine Selbstverständlichkeit für uns.

In einer Krise (langer Stromausfall, Krieg, Naturkatastrophen, usw.) kann es durchaus sein, dass wir diese Möglichkeiten nicht haben und uns selbst darum kümmern müssen. Daher sollte man viel über Wasser wissen, bzw. wie man Wasser findet, es reinigt und entkeimt, damit es trinkbar wird. Verseuchtes Wasser kann jemanden definitiv krank machen und im schlimmsten Fall den Tod verursachen, also ist hier äußerste Vorsicht geboten.

Welche Dinge sind in einer Survivalsituation wichtig in Bezug auf Wasser?

  • Wo finde ich Wasser?

Eine einfache Methode ist natürlich Regenwasser zu sammeln, das Problem mit Regenwasser ist allerdings, dass es kaum Mineralien enthält. Der Körper wird natürlich auch Regenwasser verwerten können, aber durch Schwitzen verlorene Salze und Mineralien wird es nicht ersetzen.

Tau wäre auch eine gute Wasserquelle, wenn man am frühen Morgen durch eine Wiese läuft und dabei ein T-Shirt oder ein anderes Kleidungsstück über die Pflanzen streift, kann man im Anschluss das Wasser herausdrücken und direkt trinken.

Man sollte Ausschau nach Tieren halten, Bienen sind hier ein guter Indikator, aber auch Rotwild und Libellen deuten auf eine in der Nähe befindliche Wasserquelle hin. Vögel können auch ein Hinweis auf Wasser sein, speziell Finken findet man oft in der Nähe von Wasser. Bäche kann man eventuell auch über die Geräuschentwicklung finden. Auf jeden Fall ist in erster Linie bei stehenden Gewässern, aber auch bei Bächen und Flüssen Vorsicht geboten, das Wasser kann auch hier verunreinigt sein.

Pflanzen können auch eine Quelle für Wasser sein, Moos lässt sich auspressen und enthält vor allem nach einem Regen eine beachtliche Menge Wasser. Auch andere Pflanzen lassen sich auspressen und können im Notfall ein paar Tropfen Flüssigkeit spenden. Bei Bäumen findet man fallweise kleine Tümpel in abgebrochenen Ästen, Astgabeln oder Stümpfen.

Bei starkem Nebel könnte man Kleidungsstücke aufhängen oder vielleicht einen alten Müllsack aufspannen, durch die Kondensation wird sich hier Wasser sammeln. Ein guter Tipp ist ein Gefäß unterzustellen und eine Tropfrinne zu formen oder einen Teil der Kleidung in den Behälter hängen zu lassen.

In urbanen Gebieten wäre es denkbar Trinkwasser aus den Spülkästen von Toiletten oder Boilern zu nutzen, vorausgesetzt es steht noch nicht zu lange darin, aber auch hier ist Vorsicht geboten.

Im Winter kann man Schnee und Eis als Trinkwasserquelle nutzen, es ist nur wichtig das Ganze nicht direkt und kalt zu verzehren, das würde zu einem starken Abkühlen des Körpers führen. Abkochen oder am Körper langsam schmelzen, wäre vor dem Trinken ratsam.

  • Gefahren im Wasser?

In Naturgewässern finden sich oft Schwebstoffe und Trübungen, unaufgelöste Teile und Sediment. Im Herbst fallen natürlich auch viele Pflanzenteile ins Wasser vor allem, wenn Bäume und Sträucher in der Nähe sind.

Im Wasser können Schadstoffe sein (durch Düngen, durch die Industrie, durch Haushalte aber auch durch die Natur selbst), hiervon sind praktisch alle Arten von Gewässern betroffen, ausgenommen vielleicht Quellen und Wasser in den Bergen. Dazu gehören Biozide, Chemikalien, Schwermetalle, Laugen und Säuren und Fäkalien. Vor allem bei Flüssen in der Stadt oder nahe großer Fabriken würde ich nicht trinken.

Viren können in jedem Wasser vorkommen, sie sind zwischen 0,02 und 0,2 Mikronen  groß und können schwere Krankheiten verursachen. Hepatitis A ist z.B. ein relativ bekanntes Virus. (zur Erklärung 1µ Mikron = 0.0001mm)

Bakterien sind ebenfalls eine Gefahr im Wasser, sie sind zwischen 0,02 und 0,5 Mikronen groß, ein bekannter Vertreter ist das E-Coli Bakterium. Sie können ebenfalls zu schweren Erkrankungen führen.

Protozoen sind auch im Wasser vertreten, sie werden zwischen 1 – 15 Mikronen groß, es handelt sich hier um infektiöse, parasitäre Einzeller (wie Giarda Lamblia) und auch sie können schwere Krankheiten und Infektionen verursachen.

Pilze, Sporen und Algen können auch im Wasser auftreten, dabei handelt es sich meist um größere Partikel, auch sie können im Verdauungssystem erhebliche Probleme verursachen und Schaden anrichten.

  • Was kann ich tun, damit ich verunreinigtes Wasser trinken kann?

Es gibt mehrere Möglichkeiten Wasser zum Trinken aufzubereiten, eventuell wäre eine Kombination ratsam, um ganz sicher zu gehen.

Man kann das Wasser destillieren, also aufkochen und verdampfen lassen und dann mit einer Folie das Kondensat auffangen, das funktioniert auch mit Urin. Etwas langsamer geht es in einem Erdloch (an einem heißen Tag), wenn man Pflanzen auf den Grund der Grube legt, ein Gefäß in die Mitte stellt und dann eine Folie über die Grube spannt die in der Mitte beschwert wird, etwa mit einem Stein. So läuft das kondensierte Wasser in das Behältnis, es wäre nur wichtig den Becher am Morgen immer auszuleeren, da das Wasser sonst wieder verdunsten könnte. Danach ist das Wasser absolut sauber und trinkfertig, jedoch frei von Mineralien und Salzen. (Daher geht das auch bei Salzwasser) 😉

Eine weitere Methode wäre das Filtern des Wassers, hierbei kann man handelsübliche Filter verwenden (Link zu einem guten Filter auf Amazon: Wasserfilter) oder baut sich einen Filter selbst. Dazu braucht man nur ein Behältnis, das oben und unten offen ist, eine abgeschnittene PET-Flasche würde gehen, welche man dann geschichtet mit Stoff (Socken z.B.), Kieselsteine, Holzkohle aus dem Lagerfeuer und Sand befüllt (dazu gibt es hunderte Anleitungen im Web) und schon läuft das Wasser klarer heraus. Das Problem beim Filtern ist, dass es zwar viel aus dem Wasser entfernt, aber keine Viren und andere winzige Erreger.

Das Abkochen von Wasser war und ist in Krisenzeiten eine sehr gute Methode gutes Trinkwasser zu bekommen. Die meisten kennen diese Möglichkeit, wissen aber vielleicht nicht, dass sie das Wasser mindestens 3 Minuten wallend kochen sollten, da es Erreger gibt die erst bei 100°C absterben und auch erst nach einiger Zeit. Durch das Kochen werden Keime, Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze und Sporen neutralisiert. Leider entfernt das Kochen keine Chemikalien und andere Schweb- und Trübstoffe. Achtung in den Bergen erhöht sich die Kochdauer, weil die Temperatur nicht so hoch ist, man spricht von + 1 Minute Kochzeit je 150 Höhenmeter.

Entkeimung durch UV-Licht ist ebenfalls eine Möglichkeit, hierbei füllt man eine PET-Flasche zu 3/4 mit Wasser, schüttelt das Ganze kräftig und legt es dann für mehrere Stunden in die pralle Sonne. Die Mikroorganismen werden dadurch inaktiviert, jedoch nicht zerstört. Wirksam ist die Methode bei Bakterien, Viren und den meisten Protozoen. Auch hier werden keine Chemikalien oder Verunreinigungen entfernt, daher sollte das Wasser klar sein, bei stark verschlammten Wasser dringen auch die UV-Strahlen nicht ordentlich in das Wasser ein. Ein Einsatz im Notfall wäre wahrscheinlich denkbar, leider werden durch die Sonne möglicherweise Chemikalien aus der Plastikflasche gelöst und gelangen ins Wasser, das sollte man bedenken.

Entkeimung mit Chemie ist definitiv eine der einfachsten Methoden, auf Amazon findet man dazu zahlreiche Produkte (hier zwei Links: Micropurtabletten oder Aqua Clean Tabletten). In den meisten dieser Tabletten kommen Silberionen oder Chlor zum Einsatz, das Wasser wird befreit von Bakterien, Viren, den meisten Protozoen und Pilzen. Chemikalien oder Verunreinigungen anderer Art werden nicht entfernt, also sollte man auch diese Methode nur bei klarem Wasser einsetzen. Es ist auch auf die Einwirkzeit zu achten, das geht je nach Tabletten von 30 Minuten bis 2 Stunden oder mehr.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass man generell „gutes Wasser“ suchen sollte, sofern möglich, wenn das nicht geht ist es wichtig sich die oben genannten Methoden genau anzusehen und situationsbedingt einzusetzen. Ich muss mir ansehen wie das Wasser aussieht (klar oder trüb), ob es ein stehendes oder fließendes Gewässer ist und ob etwas in der Nähe ist, dass die Wasserqualität beeinflussen kann (Fabrik, Häuser, Tiere, Landwirtschaft, usw.). Es wird logistisch nicht möglich sein alle Methoden für das gesammelte Wasser einzusetzen und eine Garantie gibt es trotz der oben genannten Möglichkeiten nicht. Da es beim Überleben generell um das Minimieren von Risiken geht, sollte man diese Techniken unbedingt anwenden und das Beste hoffen.

Ich hoffe der Artikel war interessant für euch und hilft euch in einer SHTF (shit hit the fan) Situation zu überleben. Was haltet ihr von den Methoden, habt ihr davon schon etwas getestet? Kennt ihr noch weitere Risiken beim Wasser, oder Methoden für die Wasseraufbereitung? Lasst es mich wissen und schreibt mir doch bitte einen Kommentar.

 

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