Top 10 Erste-Hilfe Tipps für Prepper!

Gepostet von

Eines der wichtigsten Wissensdefizite, an denen ich 2019 arbeiten muss und möchte, ist Erste-Hilfe. Daher beschäftige ich mich in letzter Zeit auch im Sinne eines Preppers mit dieser Thematik. Dabei habe ich einfache und in meinen Augen wichtige Tipps für Prepper zusammengesucht, welche ich hier nun in diesen 10 Tipps verpackt habe. Meine Quellen dafür waren die Internetseiten des österreichischen und des deutschen Roten Kreuzes, wie auch Bücher zum Thema Erste-Hilfe.

Die aufgelisteten Tipps sind in keiner speziellen Reihenfolge und alle gehören aus meiner Sicht in das Grundwissen von vernünftigen Menschen, speziell natürlich Preppern, die in der Lage sein möchten sich und auch anderen Personen in Extremsituationen helfen zu können. Dies gilt natürlich insbesondere, wenn man keine Hilfe von außen erwarten kann und auf sich gestellt ist.

  • Unterkühlung

Unser Körper versucht permanent seine Temperatur zu halten, wenn er das nicht kann und die Körpertemperatur unter 36°C fällt, spricht man von Unterkühlung. Dies geht am schnellsten im kalten Wasser (Einbrechen des Eises auf einem Gewässer, Sturz in einen kalten Fluss, ect.), da Wasser extrem gut Wärme leitet. Aber auch bei Minustemperaturen und Kleidung mit geringer Isolierung, bzw. sogar bei Plusgraden durch Wind, kann es ebenfalls zu Unterkühlung kommen. Die Symptome sind Zittern, Schmerzen in den Fingern und Zehen und man wird ruhig, teilnahmslos und müde. Wichtig ist hier nasse Kleidung zu entfernen und mit trockenen und warmen Sachen zu ersetzen (Ersatzkleidung, Decken), man sollte auch den Kopf nicht vergessen! Ich habe z.B. nicht gewusst, dass man unterkühlte Personen nicht auffordern sollte, sich zu bewegen. Das führt dazu, dass kaltes Blut zu schnell aus den Händen und Füssen in den Körperkern vordringt und das kann mitunter gefährlich sein. Warme und zuckerhaltige Getränke, wie Tee, können auch helfen, Alkohol sollte man nicht einsetzen.

  • Überhitzung

Eine Überhitzung kann mindestens genauso gefährlich sein, wie eine Unterkühlung. In unseren Breiten kommt es zwar eher seltener zu einem Sonnenstich, aber dennoch sollte man wissen, was hier zu tun ist. Das Wichtigste ist den Körper zu kühlen, dazu muss man eventuell ins Freie (wenn die Person z.B. in einem Bus ist), bzw. wenn man bereits im Freien ist, sollte man den Schatten aufsuchen. Gute Abhilfe schaffen hier feuchte Tücher, die man auf Kopf und Gliedmaßen legt. In ein kaltes Gewässer zu springen sollte vermieden werden, da der Körper hier einen Schock bekommen könnte. Kühle aber nicht kalte Getränke wären auch hilfreich, hierzu muss die betroffene Person natürlich ansprechbar sein. Bei geröteter Haut wäre eine Lagerung mit erhöhtem Oberkörper sinnvoll, sollte die Haut sehr blass sein, wäre Liegen die bessere Wahl.

  • Kopfverletzungen

Als Kinder hatten wir derartige Verletzungen leider öfter, wir sind auf Eis ausgerutscht, in der Wiese, kopfüber von Bäumen heruntergefallen und mit dem Fahrrad gestürzt. In meinem Fall hat meine Mutter immer richtig reagiert, sie hat meinen Kopf nach offenen Wunden abgesucht, mich gefragt ob mir schwindlig oder übel ist und wenn die Antwort „Nein“ war, hat sie die blutenden Stellen mit sauberem Wasser gereinigt und danach einen keimfreien Verband am Kopf angebracht. Bei grösseren Wunden muss eventuell genäht werden. Bei einer Blutung sollte man die Person mit erhöhtem Oberkörper lagern. Wenn die verunfallte Person eine Bewusstseinsstörung aufweist, besteht der Verdacht auf ein Schädel-Hirn-Trauma und hier kann man als Ersthelfer nicht viel tun, außer die Person so gut es geht zu beruhigen und auf Hilfe zu warten.

  • Wundversorgung (kleinere Wunden)

Bei diesem Punkt gab es auch eine Überraschung für mich, wenn man sich am Finger verletzt, sollte man diesen auf keinen Fall in den Mund stecken. Im Mundraum befinden sich Bakterien, die im schlimmsten Fall schwere Infektionen auslösen könnten, das habe ich definitiv nicht gewusst. Kleinere Schnitt- und Stichwunden sind meist ungefährlich, diese müssen nur sauber sein (mit Trinkwasser spülen) und mit einem keimfreien Verband versorgt werden. Bei stark blutenden Wunden muss eventuell ein Druckverband gemacht werden, um die Blutung zu stoppen. Die betroffene Körperpartie kann zudem hoch gelagert werden, dann sollte sich die Blutung verringern.

  • Knochenbrüche

Wenn man sich sie Knochen bricht und keine Hilfe bekommt, gibt es auch Möglichkeiten sich zu helfen. Bewegung wird hier zu Schmerzen führen, daher wird man automatisch das betroffene Körperteil (Bein, Arm) ruhigstellen. Sollte man transportiert werden müssen, wird die Gliedmaße zusätzlich stabilisiert. Beim Arm könnte man z.B. eine Schlaufe aus einem Tuch machen. Dazu nimmt man die lange Seite nach unten und macht einen Knoten in zwei der Spitzen und hängt sich das Tuch um den Hals, dann kann man mit dem betroffenen Arm hineinschlüpfen. Der Arm sollte auf keinen Fall zu hoch oder zu niedrig liegen, ein 90° Winkel wäre hier am besten. Wenn das Schienbein gebrochen ist, kann man eine Schiene aus Ästen oder Zeltstangen oder Rinde basteln. Wichtig ist hier nur, dass man auch die benachbarten Gelenke stützt, also Knie und Knöchelgelenk in diesem Fall.

  • Durchfall und Erbrechen

Durchfall und Erbrechen sind mitunter körpereigene Maßnahmen, um Gifte oder Schadstoffe rasch aus dem Verdauungssystem zu befördern. Leider kostet das viel Energie und Flüssigkeit. Wichtig ist es sauberes Wasser zu finden, damit man den Flüssigkeitsverlust ausgleichen kann. Man sollte sich auch nicht überanstrengen, zusätzlich zum geschwächten Körper wäre das nicht hilfreich. Der Körper sollte Gelegenheit haben zu ruhen, damit sich das Verdauungssystem wieder erholen kann. Bei Durchfall könnte etwas Kohle aus dem Lagerfeuer helfen, diese kann man in Wasser auflösen und trinken. Bei Vergiftungen könnte Tonerde helfen, da diese ebenfalls in Wasser gelöst Gifte im Körper binden kann.

  • Schock

Gerade in Survival und Extremsituationen, aber auch bei Unfällen und Verletzungen, befinden wir uns relativ schnell in einem Schockzustand. Wenn man von Schock im medizinischem Sinne spricht, dann ist eine lebensbedrohliche Situation gemeint, in der zu wenig Blut zur Verfügung steht. Das kann an hohem Blutverlust liegen, einer Fehlfunktion der Pumpe (also des Herzens), oder die Leitungen (also unsere Blutgefäße) sind betroffen. Dadurch fehlt dann der lebensnotwendige Sauerstoff. Der Körper versucht verzweifelt den Blutdruck wieder herzustellen und verengt alle Gefäße, ausgenommen jene für Herz und Hirn. Durch die Unterversorgung sterben die betroffenen Körperregionen langsam ab. Wenn eine Blutung den Schock auslöst, muss diese so schnell wie möglich eingedämmt werden. Schwierig wird das natürlich, wenn die Blutung innerhalb des Körpers liegt.

  • Eine reglose Person

Findet man eine reglose Person, muss man sofort schauen, ob noch akute Gefahr besteht (wenn z.B. jemand auf der Straße liegt), wenn ja, muss man den Unfallort absichern und die Person, wenn möglich nicht bewegen. Jemanden aus einer Gefahrenzone zu zerren, kann fallweise die einzige Lösung sein, aber es ist auch ein hohes Risiko, da man nicht weiß, welche Verletzung die Person tatsächlich hat. Man sollte nun das Bewusstsein testen, dazu spricht man in einer gut sichtbaren Position die betroffene Person direkt an. Wenn keine Reaktion kommt, kann man die Lautstärke erhöhen und es noch einmal versuchen. Sollte das auch nichts bringen kann man der Person noch an die Schultern fassen und zusätzlich zum Ansprechen SANFT rütteln. Danach sollte man Puls und Atmung kontrollieren, dazu beobachtet man den Brustkorb, dieser sollte sich heben und senken. Man kann mit dem Ohr an den Mund der Person gehen und horchen, ob man ein Röcheln, Atmen, Schlucken oder Räuspern hört. Wenn man 2 – 3 Atemzüge in 10 Sekunden feststellen kann, liegt eine normale Atmung vor. Damit die Person frei atmen kann, sollte man den Körper in die stabile Seitenlage bringen, diese werde ich nicht näher erklären, das sollte jedem geläufig sein, wenn nicht gibt es zahlreiche Bilder dazu im Internet. Man sollte dann auch schauen, dass die Atemwege frei sind (Erbrochenes entfernen z.B.). Wenn kein Atem oder Puls festgestellt werden kann, sollten unverzüglich Wiederbelebungsmaßnahmen eingeleitet werden (Beatmung und Herzmassage).

  • Herzdruckmassage

Bei einem Herzstillstand bleiben nur wenige Minuten, in denen man reagieren muss. Die betroffene Person sollte auf einer festen Unterlage liegen (nicht auf einer Matratze oder einer Couch), der Brustkorb sollte frei von Kleidung sein und dann kniet man sich in der Höhe des Herzens neben die Person. Dann legt man einen Handballen in die Mitte des Brustkorbes und die zweite Hand darüber, dabei sollten die eigenen Schultern direkt über dem Brustkorb der Person sein, so spart man Kraft. Mit gestreckten Armen übt man nun Druck auf den Brustkorb aus und nimmt danach den Druck wieder weg, dies wiederholt sich immer wieder. Es ist hier wichtig seine Scheu abzulegen und wirklich beherzt zu drücken, man braucht hier viel Kraft und Ausdauer und da es um das Leben geht, muss man alles geben! Für ca. 3 – 4 Minuten reicht der Sauerstoff, der sich im Körper befindet, dann sollte nach richtig gemachter Herzmassage zusätzlich eine Beatmung durchgeführt werden.

  • Beatmung

Wenn der Körper selbst keinen Sauerstoff mehr erhält, muss man diesen von außen zuführen, also eine Beatmung durchführen. Dazu gibt es in Apotheken Beatmungstücher, die man auch verwenden sollte, falls verfügbar. Für die Beatmung muss sichergestellt werden, dass die Atemwege auch frei sind, der Kopf sollte etwas nach hinten überstreckt sein und die Nase muss zugehalten werden. Danach atmet man in den Mund der Person und achtet darauf, ob sich der Brustkorb hebt. Nach zwei Beatmungen folgen 30 Herzmassagen und dies führt man dann abwechselnd fort. Dies sollte man nun solange weitermachen bis entweder Hilfe eintrifft (Arzt, Rettung), oder der Betroffene wieder normal zu atmen beginnt.

Es gibt noch zahlreiche Szenarien im Bereich Erste-Hilfe, daher würde ich jedem wärmstens empfehlen einen Kurs zu machen, ein Buch zu lesen oder erfahrene Ersthelfer zu fragen, im Idealfall am besten alle drei Möglichkeiten zu nutzen. Ich habe wirklich ein gutes Gefühl dabei mich mit dieser Thematik auseinander zu setzen und ich bin erstaunt, was ich hier alles bereits gelernt habe. Ich hoffe, dass ich mich dazu durchringen kann einen Kurs zu machen, es gäbe bei unserem Roten Kreuz spezielle „Outdoor-Kurse“, für diese würde ich mich als Prepper natürlich besonders interessieren.

Wie seht ihr das Thema? Seid ihr bewandert in Erste-Hilfe oder lasst ihr es darauf ankommen? Findet ihr, dass Prepper und Survivalisten dieses Wissen haben sollten? Lasst mir doch bitte eure Meinung in Form eines Kommentars da, würde mich freuen!

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s