Tierische Gefahr beim Bugout in die Natur?

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Sollte es an meinem Heimatort irgendwann mal zu einer Krise, einem Krieg oder einer schwerwiegenden Umweltkatastrophe kommen und ich gezwungen sein mein Zuhause verlassen zu müssen, wird für mich die Natur das bevorzugte Fluchtziel sein. Genauer gesagt werde ich in den Wald flüchten, hierbei muss ich mir über einige Gefahren im Klaren sein. Auf einige “tierische Bedrohungen”, möchte ich in diesem Artikel eingehen.

  • Bären

Ich wohne in der Nähe des Ötschers, das ist einer der höchsten Berge in Niederösterreich. Hier gab es vor einigen Jahren den Versuch Bären wieder anzusiedeln und soweit ich weiß, gilt dieses Experiment als gescheitert. Die letzten aktiven Spuren der Bären liegen einige Jahre zurück und die Vermutung geht dahin, dass es nun keine Bärenpopulation mehr dort gibt. Ob das nun tatsächlich stimmt oder nicht sei dahingestellt, aber Bären sind eine ernsthafte Bedrohung für Menschen und sie können uns durchaus tödlich verletzen. Wie auch bei vielen anderen Tieren besteht die Gefahr in der Verteidigung ihrer Jungen oder des Reviers. Hier einige Verhaltensregeln in Bezug auf Bären:

  • Bären meiden uns, sofern möglich, daher kann man mit Lärm (am leichtesten in einer Gruppe) die Tiere dazu bewegen sich zu entfernen, sollte man den oder die Bären bereits sehen, wäre es ratsamer sich leise und langsam zurückzuziehen, mit Blick zum Tier.
  • Bären hören und sehen gut und haben einen exzellenten Geruchssinn, wenn man sich von ihnen wegbewegt, ist es sinnvoll das nicht gegen den Wind zu tun. Man muss auch aufpassen in Bezug auf Nahrung, diese sollte man vom Schlaf- und Lagerplatz entfernt zubereitet und lagern, für Abfall gilt das Gleiche.
  • Bären nutzen auch gerne einfache Routen, daher darf man sich nicht wundern, wenn man sie auf Wegen und Lichtungen antrifft. Das sollte man beim Aufschlagen eines Lagers bedenken.
  • Sollte der Bär einen bemerkt haben, kann man nur versuchen Ruhe zu bewahren und sich als Mensch identifizieren (ruhig ansprechen, die Arme langsam nach oben und unten bewegen), sollte der Bär näherkommen, kann man die Lautstärke erhöhen (aber nicht schreien) und z.B. mit Campinggeschirr klappern.
  • Einem Bären kann man sicher nicht davonlaufen, sie sind trotz des beachtlichen Gewichtes schneller als wir Menschen.
  • Wenn sich ein Bär aufrichtet droht er nicht zwangsläufig, so kann er Gerüche besser wahrnehmen und hat bessere Sicht.
  • Greift der Bär tatsächlich an, sollte man sich hinlegen und Nacken und Gesicht schützen und auf keinen Fall bewegen, das könnte dem Bären signalisieren, dass keine Gefahr besteht. In seltenen Fällen greifen sie trotzdem an, dann kann man sich nur mehr mit aller Gewalt verteidigen und dabei die empfindlichen Stellen angreifen (Augen, Nase), aber die Chancen gegen ein solches Tier im Kampf zu bestehen sind sehr gering.

ACHTUNG: Tiere sind unberechenbar und es gibt keine Garantie oder Gewähr meinerseits, dass irgendein Tipp hier nutzt, als Quelle habe ich einen Ratgeber für die Wildnis in Kanada herangezogen. Solltet ihr eine Reise in ein Gebiet planen, wo Bären leben, müsst ihr euch unbedingt genauer informieren.

  • Wolf

Fallweise wurden auch in Österreich wieder Wölfe gesichtet, diese sind zwar eher selten, können aber dennoch eine potentielle Gefahr darstellen. Meist bemerkt der Mensch allerdings gar nicht, dass Wölfe in der Nähe sind, sie wittern uns auf große Distanz und suchen darauf hin meist das Weite. In seltenen Fällen können Menschen dennoch das Interesse der Wölfe wecken, beim Verhalten gelten auch hier die Regeln wie beim Bären.

  • Hirsch

Auch Rotwild kann dem Menschen gefährlich werden, die Angriffe sind zwar selten, aber nicht ausgeschlossen. Beim Verhalten sollte man ähnlich wie bei einem Bären vorgehen, bei Lärm flüchten die Tiere vielleicht schon im Vorfeld und wenn man tatsächlich auf einen Hirsch trifft, sollte man sich als Mensch zu erkennen geben und einen langsamen und ruhigen Rückzug wählen.

  • Wildschwein

Ein Eber kann eine Schulterhöhe bis 110cm undï ein Gewicht von bis zu 150kg erreichen, zusätzlich sind auch diese Tiere sehr schnell, wenn es darauf ankommt. Die Hauer sind beachtliche und gefährliche Waffen und können schwerste Verletzungen verursachen. Wildschweine sind an und für sich auch eher scheu und meiden die Nähe zu Menschen, sollten sie aber Nachwuchs haben, werden sie die Frischlinge aggressiv verteidigen. Auch bei diesen Tieren sollte man hektische Bewegungen vermeiden, in Ruhe langsam Abstand gewinnen, wäre ratsam.

  • Hunde

Ich habe schon mehrmals in meinem Blog und in meinen Videos auf Youtube erwähnt, dass ich beim Eintreten eines Ernstfalles oder einer schweren Krise definitiv davon ausgehe auf unbeaufsichtigte Hunde zu treffen. Wenn sich niemand mehr um die Tiere kümmert, werden sie in ein ursprüngliches Verhalten zurückkehren und Rudel bilden, Jagen und auch Menschen angreifen im worst case. Bei Hunden sollte man auf keinen Fall seine Zähne zeigen, das wirkt aggressiv auf Hunde, auch hektische Bewegungen und das Weglaufen sind nicht zu empfehlen.

  • Kühe, Schafe und andere domestizierte Tiere

Wie man am tragischen Beispiel in Tirol vor einiger Zeit wieder feststellen musste, können auch vom Menschen domestizierte Tiere eine reale Gefahr darstellen. Sie verteidigen auch ihre Jungtiere und gehen dabei nicht zimperlich vor. Ein Arbeitskollege von mir wäre als Kind (9 Jahre alt) beinahe von einem Schaf getötet worden, er hat nur mit viel Glück überlebt. Kühe oder Stiere, können mit Hörnern und Hufen leider auch Menschen töten.

  • Schlangen

Die Gefahr von Schlangen angegriffen zu werden ist bei uns in Österreich eher gering, es gibt nur zwei Giftschlangen bei uns, die Kreuzotter und die Sandotter. Soweit ich herausgefunden habe, werden in Österreich etwa 40 Bissverletzungen pro Jahr stationär behandelt, diese sind aber bei Erwachsenen unter normalen Bedingungen nicht lebensbedrohlich und auch leicht vermeidbar. Angriffe werden oft auch durch provokatives Verhalten ausgelöst.

 

Zusammengefasst sollte man bei all diesen Tieren Respekt zeigen und soweit es geht die Ruhe bewahren. Keine hektischen Bewegungen, nicht schreien, nicht laufen und versuchen dem Tier zu vermitteln, dass man keine Gefahr ist. Wenn es die Situation erlaubt, wäre es schlau sich ruhig und langsam zurückzuziehen und Abstand zu gewinnen oder den Tieren überhaupt aus dem Wege zu gehen. Die meisten Tiere sind scheu und meiden Menschen ohnehin, aber wenn es um Nachwuchs oder das Revier geht, ist größte Vorsicht angebracht.


  • Gefahr durch Zecken, Parasiten und Protozoen

Auch kleine Lebewesen können uns gefährlich werden, Zecken übertragen nicht nur FSME, sondern auch Borreliose. Gegen Zecken hilft lange Kleidung, am besten mit Gummizug bei Ärmeln und Hosenbeinen, festes Schuhwerk, das Vermeiden von Grasflächen am Rand des Waldes und das Absuchen des Körpers und Entfernen mit einer Pinzette (kein Öl verwenden). Bei Parasiten sollte man den Fuchsbandwurm erwähnen, gegen die Eier der Würmer hilft es sich regelmäßig und gründlich die Hände zu waschen, bzw. Beeren und Nahrung in Bodennähe zu meiden, oder zumindest gründlich zu säubern oder am besten zu kochen. Wildtiere und Haare von Füchsen sollte man nicht berühren. Protozoen sind kleine Einzeller und werden auch Amöbenbrut genannt, sie können beim Menschen Infektionen auslösen (Malaria z.B.). Man findet Protozoen auch im Wasser in der Natur, daher sollte man dieses immer gründlich filtern und idealerweise auch noch abkochen. Bei den oben genannten Tieren können Schusswaffen zur Verteidigung eingesetzt werden, einen Einzeller zu erschießen wird nicht so leicht sein. 😉

 

In der Natur lauern zahlreiche Gefahren durch Tiere, wenn man durch unerwartete Umstände gezwungen ist in der Natur auszuharren, wird es hilfreich sein diese Gefahren zu kennen und auch zu wissen, wie man reagieren soll. Ich versuche zumindest die Risiken in meiner unmittelbaren Umgebung zu kennen, nur wer die Bedrohung kennt, kann sich im Vorfeld schlau machen und Wissen ist hier der beste Schutz.

Welche Gefahren gibt es in eurer Umgebung? Habt ihr vielleicht sogar schon einmal gefährliche Situationen mit Tieren gehabt? Ich würde mich sehr über einen Kommentar freuen und natürlich auch über ein Like!

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