Survivalausrüstung – TEUER VS GÜNSTIG?

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Der Markt für Survival-, Outdoor und Campingausrüstung ist riesig und setzt viele Millionen um. Man kann sich sehr günstig ausstatten, etwa mit Waren aus China oder auf teure Produkte setzen. Aber was ist wirklich besser und was macht für mich persönlich bei welchen Gegenständen Sinn?

Gleich vorweg, Ausrüstung ist gut, wenn es ums Leben geht, aber eine Garantie fürs Überleben, kann selbst die teuerste Ausrüstung nicht bieten. Als ich mit Prepping begonnen habe, war ich auch total darauf versessen Ausrüstung zu kaufen, aber zwischenzeitlich ist mir klar geworden, dass man solche Gegenstände maximal als „Bonus“ sehen sollte, wenn man in eine Ausnahmesituation kommt. Wer diese Gegenstände als selbstverständlich und unbedingt erforderlich sieht und vielleicht auch noch den Umgang nicht wirklich beherrscht, wird im Ernstfall sehr wahrscheinlich eine bittere Enttäuschung erleben.

Ich möchte bei TEUER VS BILLIG zumindest ein paar Beispiele nennen und meine Meinung dazu abgeben.

– Messer (eines der wichtigsten Tools, aus meiner Sicht)

Gerade der Messermarkt ist extrem vielfältig und auch preislich unterschiedlich, es gibt Messer im Bereich von ein paar Euro, bis zu mehreren hundert Euro. Wenn ich ein Outdoorfanatiker bin und praktisch dauernd draußen mit einem Messer arbeite, würde ich mir sicher ein gutes und vielleicht auch teures Messer kaufen. Mit Berücksichtigung der Größe, Handlichkeit, Verwendungszweck und auch der Stahlsorte.

In Bezug auf die Stahlsorte gibt es viele Faktoren, die man mit in die Kaufentscheidung nehmen kann, hierzu ein guter Artikel:

https://survivalmesserguide.de/der-beste-stahl-fuer-messer/

Ich habe bisher eher günstige Messer im Einsatz und bin mit den meisten auch zufrieden. Für mich gibt es keinen Grund ein High-End Messer zu kaufen, da ich sowas nicht ständig in Verwendung habe. Zum Überleben werde ich froh sein irgendein Messer zu haben und auch ein günstiges Teil, kann hilfreich sein. Solange es halbwegs scharf ist (sicherer im Umgang, als ein stumpfes Messer), nicht alle paar Stunden nachgeschliffen werden muss, stabil genug ist, um z.B. Holz spalten zu können, die Spitze sich nicht verbiegt und der Griff gut in der Hand liegt, bin ich zufrieden. Messer, die solche Anforderungen erfüllen, bekommt man bereits ab 40 – 50 Euro, würde ich sagen. In meiner Ausrüstung befinden sich sogar noch günstigere Messer, auch diese kann ich auf irgendeine Art einsetzen und es würde mir nicht so viel ausmachen, wenn mal eines kaputtgeht. Messer habe ich sehr viele und ich könnte bei keinem behaupten, dass es absoluter Schrott ist und für gar nichts gut.

– Schlafsack

Dieses Thema habe ich ausgesucht, weil es immer wieder ein Diskussions- und Streitpunkt ist in diversen Prepper-, Survival- und Outdoor- Facebook Gruppen und auch Foren. Ein Schlafsack, der hier immer wieder erwähnt wird, ist der berühmte „Carinthia Defence“, dieser wird sehr gerne von outdoorbegeisterten Leuten verwendet. Es gibt hier aber auch verschiedene Varianten mit unterschiedlichen Einsatzgebieten. Der Defence 6 schlägt mit über 200 Euro zu Buche und ist mir persönlich zu teuer. Vor kurzem habe ich einen Overnighter an einem Flussufer gemacht und es hatte ca. 10°C in der Nacht, ich habe in einem Zelt geschlafen und nur einen sehr dünnen Sommerschlafsack mit gehabt. Obwohl der Stoff extrem dünn ist, war mir z.T. viel zu warm und ich musste mich mehrmals abdecken. Das hat mich wirklich beeindruckt und auch überrascht, da ich diesem leichten Teil so etwas nicht zugetraut hätte.

Bei den Schlafsäcken gibt es verschiedene Zonen:

  1. Komfortzone – der Temperaturbereich, wo (wenn nicht anders angegeben) eine Norm-Frau noch ohne zu frieren komfortabel und warm schlafen kann
  2. Grenzbereich – der Temperaturbereich, wo ein Norm-Mann gerade noch ohne zu frieren schlafen kann
  3. Extrembereich – der Temperaturbereich, wo die Norm-Frau an der Grenze zum Erfrieren steht und das Risiko für eine Unterkühlung bereits als „groß“ eingestuft werden muss

Da das Temperaturempfinden von Mann und Frau und auch von Mensch zu Mensch sehr verschieden ist, wird das jeder für sich selbst herausfinden müssen, was passt. Mir wird nicht so leicht kalt, daher kann ich mich sicher nach dem Grenzbereich richten, für mich habe ich einen Mumienschlafsack besorgt, der einen Grenzbereich von -4 Grad hat und einen Extrembereich von -21 Grad, damit sollte ich durchkommen. Er ist zwar noch leicht, aber von der Größe her doch schon eine etwas dickere Rolle. Der Preis lag unter 100 Euro. Wichtig ist auch den Schlafsack mal zu tauschen, wenn man viel darin schläft, da sich die Füllung langsam aber sicher verdichtet und dann nicht mehr so gut dämmt. Ich denke auch, dass man auch nicht so tolle Schlafsäcke mit einigen Methoden dazu bringen kann, besser die Wärme am Körper zu halten und wenn es dabei nur um ein paar Blätter geht, die man hineinstopft oder eine zusätzliche Wolldecke oder etwas in der Art nutzt.

– Kleidung

Der einzige Punkt wo auch ich eher teurere Produkte bevorzuge, ist Kleidung, also Schuhe, Jacken, Hosen usw., da man in diesem Bereich doch gravierende, qualitative Unterschiede feststellen kann. Am liebsten kaufe ich im Army-Shop meines Vertrauens. Das Geschäft befindet sich im Nachbarort. Es gibt dort wirklich gute Ware, die Preise sind fair und man findet auch immer wieder gebrauchte Sachen vom Militär und diese sind meist wirklich gut. In China gibt es mittlerweile auch viel Bekleidung in diese Richtung, aber da musste ich schon feststellen, dass hier viel „Mist“ dabei ist und dort weiß ich auch nie, welche Chemikalien bei der Produktion verwendet worden sind. Mir ist bei der Kleidung wichtig, dass sie gute thermische Eigenschaften hat und auch weitgehend wasserdicht, der Haut und dem Körper aber trotzdem einen Luftaustausch ermöglicht. Bei den Schuhen war mir wichtig, dass diese leicht, aber doch robust sind und auch zumindest wasserabweisend. Meine Kleidung im Bereich Krisenvorsorge und Prepping, hat einige hundert Euro gekostet, billige Komponenten sind nur Kappen, ein Shemagh-Tuch und vielleicht noch Handschuhe (wenn es nicht um sehr kalte Temperaturen geht).

– Der ganze Rest

Ich habe doch sehr viele auch günstige Gegenstände in meiner Ausrüstung, auch wenn es beim Einsatz eventuell um das Überleben geht. Bei einigen Dingen, sehe ich in einer teureren Variante einfach keinen Vorteil. Daher kann ich auch in China bestellen, wenn die Qualität nicht relevant ist oder diese für den Zweck der Verwendung auch so ausreicht. Wenn ich den Gegenstand aber ständig im Einsatz habe oder es wirklich hohe Anforderungen an die Qualität gibt (im Bereich Kältedämmung oder Dichtheit gegen Wasser), verwende ich schon eher teurere Möglichkeiten. In den Bereich High-End werde ich trotzdem nicht gehen, schon alleine aus der Tatsache heraus, dass mir dazu die Mittel fehlen und die Qualitätsunterschiede dann im oberen Preissegment immer minimaler werden, zumindest aus meiner Sicht.


 

Abschließend kann man nur sagen, dass dieses Thema so viele Leute beschäftigt und unzählige Diskussionen, Tipps und Ratschläge dazu im Internet kursieren. Wie man es aber auch dreht und wendet, bleibt die letzte Entscheidung jedem selbst überlassen und ich bin trotzdem immer noch der Meinung, dass es wichtiger ist, das entsprechende Wissen zu haben, um auch ohne Ausrüstung zurecht zu kommen und wenn Ausrüstung vorhanden ist, diesen Umstand eher als „Bonus“ zu sehen sein sollte. Wenn man schon das Glück hat, etwas Sinnvolles mitzuhaben, sollte auch der Umgang bekannt und geübt sein, sonst hat es wieder keinen Nutzen. Wenn jemand keine Ahnung hat, wie man richtig mit einem Messer umgeht und für welche Zwecke man das Ding einsetzen kann, wird derjenige auch mit einem 500 Euro teuren Messer nicht weit kommen und sich im schlimmsten Fall vielleicht sogar noch selbst damit verletzen.

Wie seht ihr das? Ist teure Ausrüstung immer besser? Wo verwendet ihr persönlich günstige Lösungen und wo teure? Lasst es mich wissen und schreibt mir dazu bitte einen Kommentar. Über ein Like und ein Abo meines Blogs, würde ich mich ganz besonders freuen!

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