Krisenvorsorge – Lernen aus der Geschichte?

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Krisen und Ausnahmezust√§nde sind kein Ph√§nomen der Neuzeit, seit es Menschen gibt, kommt es zu Katastrophen, Kriegen, Unruhen, Zusammenbr√ľchen in technischen und gesellschaftlichen Systemen, wie auch zu Krisen im Bereich Handel, Geld und Finanzen. Also macht es durchaus Sinn sich vergangene Krisen anzuschauen und daraus zu lernen.

Ich habe mir einige Krisen der Vergangenheit angeschaut, dabei bin ich auf einige Punkte gekommen, die wir f√ľr die Zukunft vielleicht beachten sollten. Das ist also keine Fiktion, sondern diese Schwierigkeiten traten tats√§chlich auf und Menschen waren unmittelbar und auf vielf√§ltige Weise betroffen.

Dinge des täglichen Lebens

In Griechenland kam es durch die Wirtschaftskrise zu Engp√§ssen in der Nahrungsversorgung, sich auf immer und ewig darauf zu verlassen zum Supermarkt fahren zu k√∂nnen und alles in H√ľlle und F√ľlle vorzufinden, k√∂nnte eines Tages zu einem b√∂sen Erwachen f√ľhren. Bei Krisen kommt es auch oft zu Hamsterk√§ufen und die Gesch√§fte sind auf Anst√ľrme bei bestimmten Produkten mit Sicherheit nicht vorbereitet. Daraus zu schlie√üen, w√§re es ratsam zumindest bei Nahrung, Wasser, Hygiene und eventuell Heizmaterial daf√ľr zu sorgen eine gewisse Zeit auch ohne Nachschub zurecht zu kommen. Arzneien sind eines der ersten Dinge, die bei einem Wirtschaftskollaps knapp werden. Wer auf Medikamente angewiesen ist, k√∂nnte in zuk√ľnftigen Krisen vielleicht feststellen, dass das ben√∂tigte Mittel nicht verf√ľgbar ist. Daher sollte man dringend ben√∂tigte Medizin auf Lager haben, soweit es die Haltbarkeit zul√§sst.

Stromversorgung

Es kommt auch bei uns in Europa immer wieder zu l√§ngeren Stromausf√§llen, ein Beispiel war hier der Ausfall der Versorgung im M√ľnsterland 2005, der durch ein Schneechaos ausgel√∂st wurde. Betroffen waren dabei ca. 250.000 Menschen und teilweise war der Strom f√ľr 3 bis 5 Tage weg und das im Winter. Bedenkt mal in Ruhe was bei euch daheim alles mit Elektrizit√§t betrieben wird und ihr werdet schnell feststellen, dass es schnell zu Problemen im Bereich Heizen, Kochen und auch simpler Beleuchtung kommt. Dann irgendeine M√∂glichkeit zu haben W√§rme zu produzieren und vielleicht auch Kochen zu k√∂nnen, w√§re eine gute Sache. Schnell wird auch eine einfach Kerze wieder zu einem wertvollen Lichtspender.

Versorgung mit Trinkwasser

Auch die Wasserwerke brauchen Strom, f√§llt also f√ľr ein paar Tage die Versorgung mit Elektrizit√§t weg, stehen auch dort schnell die Pumpen still. Durch Umweltkatastrophen oder Industrieunf√§lle, kann es auch zur Verseuchung von Trinkwasser kommen. Im Haus meiner Schwiegereltern wurden die Brunnen f√ľr ein paar Jahre als Gesundheitsgef√§hrdung eingestuft, weil Melasse aus einem nahe gelegenen Industriebetrieb in das Grundwasser geriet. Das Haus musste kurzfristig und zeitnahe an das zentrale Wasserversorgungsnetz angeschlossen werden, weil der Hausbrunnen nicht mehr sicher war. Ein Vorrat an Trink- und vielleicht sogar Brauchwasser, w√§re daher eine schlaue Sache.

Kriminalit√§t und Pl√ľnderungen

Das es auch in der zivilisierten Welt zu Kriminalit√§t und Pl√ľnderungen kommen kann, beweisen die Vorf√§lle mit den Gelbwesten in Paris, auch hier wurden Scheiben eingeschlagen, gepl√ľndert und es kam zu Brandstiftungen. Bei Krisen, wie einem Zusammenbruch der Wirtschaft, wird es immer wieder Menschen geben, die ihrem Unmut, der Angst oder kriminellen Machenschaften freien Lauf lassen. F√ľr diesen Fall muss man sich √ľberlegen, ob man sein Hab und Gut auf irgend eine Weise verteidigen kann und will oder lieber das Weite sucht und wartet, bis alles wieder vorbei ist. F√ľr mich ist klar, dass ich eher ein paar Dinge zur√ľcklasse, als daf√ľr mein Leben zu riskieren.

Überforderung von Staat und Behörden

So viele Leute verlassen sich auf Beh√∂rden, Institutionen und einfach andere Menschen, leider gibt es auch hier Beispiele, wo dieses Vertrauen ins Leere l√§uft. Alleine schon die Fl√ľchtlingskrise aktuell, wie auch in der Vergangenheit in Europa, √ľberfordert die Beh√∂rden zum Teil massiv. Auch Naturkatastrophen bringen Institutionen schnell an ihre Grenzen, wie z.B. beim Wirbelsturm ‚ÄěHarvey‚Äú in Texas von 2017, trotz Rettungen durch Hubschrauber und mit Booten, kamen viele Menschen ums Leben oder gelten als vermisst. Wenn auf einen Schlag 30.000 Menschen obdachlos werden, ist das eine extreme Herausforderung f√ľr Beh√∂rden. Da es auch in √Ėsterreich keine gro√üen Lager gibt mit Nahrung, Wasser oder Notstromaggregaten, w√ľrde eine gr√∂√üere Krise oder Katastrophe auch hier schnell zu Hilflosigkeit beim Staat und ihren Institutionen kommen.

Gesetze greifen nicht mehr

Anarchie ist ein bekannter Begriff, mit der √úbersetzung ‚ÄěGesetzlosigkeit‚Äú, wird dieser Ausdruck gleich viel verst√§ndlicher. Es gab immer wieder Zeiten, wo auch in Europa Anarchie herrschte, das passiert, wenn die Staatsgewalt zusammenbricht und sich das Volk oder gewisse Gruppen erheben und rebellieren. Ein Beispiel au√üerhalb Europas, w√§re z.B. der Sudan in Afrika, hier geriet aufgrund einer sehr schwachen Staatsmacht, korrupten Politikern und B√ľrgerkriegen die Ordnung aus dem Gleichgewicht und es regierte das Recht des St√§rkeren. Stellt euch nur vor was bei euch zuhause geschehen w√ľrde, wenn Gesetzte pl√∂tzlich keine Rolle mehr spielen. Soldaten kann man zumindest vor ein Kriegsgericht stellen, S√∂ldner und Zivilisten eher nicht.

Wenn Geld nichts mehr wert ist

Der Krieg in Bosnien ist ein schreckliches, aber gutes Beispiel f√ľr das Aufleben des Tauschhandels. Im Kriegsgebiet gab es regelrechte M√§rkte, wo die Menschen dringend ben√∂tigte Dinge (Nahrung, Wasser, Waffen und Munition, Feuerzeuge, Decken, Klopapier, Hygieneartikel, uvm.) eintauschen konnten. Weder Geld, noch Gold oder Silber brachte die Leute hier weiter, eine Schachtel voller Feuerzeuge dagegen schon. Wer also in einer Krise etwas erwerben m√∂chte, muss eventuell an geeignete Tauschmittel denken.

Banken bleiben einfach geschlossen

Auch hier kann man wieder Griechenland als Beispiel nennen, 2015 waren viele Banken f√ľr einige Zeit einfach geschlossen, oder die Behebungen wurden pro Person und Tag¬† begrenzt. Da die Systeme der Bank auch mit Strom funktionieren, w√ľrde ein l√§ngerer Stromausfall schon reichen, damit es von heute auf morgen kein Geld mehr gibt. Eine kleine Bargelreserve macht also durchaus Sinn, unsere Gro√üeltern wussten schon was sie taten, als sie Geld in der Matratze oder anderswo versteckt haben. Wenn das Geld wertlos wird, hilft das eventuell nichts mehr, aber nach einer Krise, k√∂nnte es vielleicht wieder Anwendung finden.

Versorgung mit Treibstoff

Pumpen bei Tankstellen funktionieren ebenfalls mit Strom, soweit ich wei√ü gibt es in √Ėsterreich keine Tankstellen mit einer Notstromversorgung. Nur wenige L√§nder haben solche Noteinrichtungen, um auch ohne Strom Benzin pumpen zu k√∂nnen. Im zweiten Weltkrieg brauchte die Wehrmacht dringend Treibstoff, das f√ľhrte rasch zu einer Knappheit und es gelang nur √ľber teils komplizierte Importe die ben√∂tigten Mengen heran zu schaffen. Eventuell erinnern sich einige Leute noch an die √Ėlpreiskrise 1973, wo in Deutschland auf leeren Autobahnen Fu√üball gespielt wurde und es einige Fotos gibt von komplett freien Stra√üen. Sich einen Vorrat an Treibstoff zuzulegen, wird f√ľr die meisten Leute nicht m√∂glich sein und auch ich mache das nicht. Meinen Tank im Auto fahre ich aber nur so leer, damit ich zumindest noch 150 km fahren kann, so kann ich eventuell noch aus einer Gefahrenzone gelangen.

Kriege

In Europa gab es Kriege, jeder sollte hier zumindest grunds√§tzlich die Geschichte kennen. Niemand kann uns garantieren, dass es nie wieder zu solchen Ereignissen kommt. Wir wollen es nicht hoffen, aber dieses Risiko wird bestehen bleiben. Sich auf einen Krieg vorzubereiten, wird schwierig werden, aber mit einer grundlegenden und vern√ľnftigen Krisenvorsorge, schafft man auch f√ľr solch dramatischen Vorkommnissen eine bessere Ausgangslage.


 

Viele Leute besch√§ftigen sich nur dem ‚ÄěJetzt‚Äú und dem ‚ÄěMorgen‚Äú, aber schauen nicht zur√ľck. Gerade im Bereich Krisenvorsorge, macht das aber durchaus Sinn, da sich die Geschichte auch wiederholt und wir so aus gemachten Erfahrungen f√ľr die Zukunft lernen und profitieren k√∂nnen. Besch√§ftigt ihr euch mit vergangenen Krisen? Gibt es etwas, dass ihr von Krisen lernen konntet? Schreibt mir dazu bitte einen Kommentar, √ľber ein Like und ein Abo meines Blogs, w√ľrde ich mich ganz besonders freuen!

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