Krisenvorsorge – persönliche Kriseneinschätzung?

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Bevor man irgendetwas in Richtung Krisenvorsorge macht, wäre es nicht schlecht sich mal in Ruhe ein paar Gedanken zur eigenen Lage zu machen. Dabei geht es um die Einschätzung verschiedener Risikofaktoren im eigenen Umfeld und die daraus resultierenden Probleme. Ich habe das vor längerer Zeit schon gemacht, mehr dazu in diesem Beitrag!

Da jeder andere Umstände bei sich zuhause hat, wird es nicht zwangsläufig „die Eine“, unfehlbare Krisenvorsorge geben. Viele Faktoren und Risiken spielen eine Rolle, wir haben auch nicht alle die gleichen Versicherungen, jeder hat andere Voraussetzungen, Ansprüche und Möglichkeiten, sich abzusichern. In diesem Artikel möchte ich auf einzelne Risiken eingehen und auch gleich eine Einschätzung über die Wahrscheinlichkeit festlegen. Das sind jedoch keine Prognosen oder gar Prophezeihungen, sondern nur meine persönliche und private Meinung.

Risiko Nr. 1 – Die Natur

Die Natur hat nicht unbedingt bei allen Wohnorten den gleichen Einfluss, es gibt Gebiete mit Gefährdung für Hochwasser, Lawinen, Stürme, Erdbewegungen, heftige Regenfälle oder kalte Winter. An meinem Wohnort bestehen drei konkrete Bedrohungen, es gab in der Geschichte unseres Ortes bereits mehrmals Erdbewegungen (auch unser Haus hat Setzungsrisse), auch Stürme fegen bei uns teilweise recht unangenehm durch. Zuletzt wäre ein sehr kalter Winter mit viel Schnee auch bei uns nicht auszuschließen, da wir doch an den Ausläufern der Alpen zuhause sind. Hochwasser ist bei uns eher kein Problem, da wir auf einer erhöhten Lage wohnen und doch schon etwas weiter von der Donau entfernt wohnen. Dennoch könnte ein Hochwasser Probleme bei den Verkehrswegen verursachen, da nahe gelegene Straßen in der Vergangenheit doch schon einige Male gesperrt wurden. Erdbeben sind auch eher seltenere Ereignisse bei uns und wenn so etwas vorkommt, halten sich die Schäden und Probleme meist in Grenzen. Zum Schluss bleiben noch allgegenwärtige Probleme wie, Brand durch Blitzeinschlag, gesperrte Straßen oder Stromausfälle durch herabfallende Äste oder umstürzende Bäume.

Für diese Risiken genügt aus meiner Sicht doch ein kleiner Vorrat, damit man eventuell auch über die Runden kommt, falls man nicht die Möglichkeit hat in ein Geschäft zu kommen. Also ein paar Nahrungsmittel, Trinkwasser, etwas um Wärme und Licht zu haben und eventuell ein paar Feuerlöscher, damit man kleinere Brände selbst löschen kann. Für den Fall einer Evakuierung sollte vielleicht gute Kleidung vorhanden sein und ein Rucksack oder eine Tasche mit den wichtigsten Habseligkeiten, damit man auch unter Zeitdruck die Gefahrenzone verlassen kann. Was vielleicht noch gut wäre, ist ein Radio mit Kurbel und Akku oder ein batteriebetriebenes Gerät, so bekommt man eventuell doch noch Informationen.

Risiko Nr. 2 – Wirtschaft und Finanz

Wer bestreitet, dass unsere Wirtschaft und unser Finanzwesen in einer Sackgasse feststeckt, aus der es praktisch unmöglich ist, ohne größere Probleme wieder herauszukommen, ist etwas realitätsfremd aus meiner Sicht. Die Menschen können nicht für immer und ewig alles auf Schulden und virtuellem Geld aufbauen, diese Vorgehensweise bringt uns in Zukunft sicher keine guten Zeiten. 2008 haben wir einen kleinen Vorgeschmack bekommen, was passiert, wenn große finanzielle  Blasen platzen und große Banken bankrott sind. Wenn die Staaten nicht viele Milliarden zur Bankenrettung aus dem Nichts erschaffen hätten, wären die weiteren Auswirkungen noch viel dramatischer gewesen. Ein großes Problem sehe ich damit, wenn nicht nur mehr Banken von Pleiten betroffen sind, sondern ganze Länder. Unser Finanzsystem erinnert mich etwas an Dominosteine, sobald ein Stein fällt, kann es sein, dass viele weitere fallen. Ich bin mir auch sicher, dass die Probleme der letzten Krise keineswegs behoben wurden, ganz im Gegenteil. Wenn ein Drogensüchtiger seine Sucht mit noch mehr Drogen behandeln würde, wäre uns klar das dies falsch ist, wenn Banken und Regierungen Schulden mit noch mehr Schulde tilgen, finden das alle in Ordnung.

Was bei einer wirklich weitläufigen Finanzkrise tatsächlich passieren würde, kann man in Ansätzen in Griechenland sehen. Viele Existenzen sind bedroht, Leute die sich ohne Probleme selbst versorgen konnten, sind plötzlich von Essensausgaben abhängig, die Banken geben nur mehr begrenzte Mengen an Bargeld aus, die Arbeitslosigkeit steigt und so weiter. Viele Strukturen funktionieren aber auch nur solange Geld noch einen Wert hat. Wenn die Währungen komplett zusammenbrechen und sprichwörtlich nur das „Papier“ bleibt, möchte ich gar nicht abschätzen, wozu das führt. Eine Finanzkrise halte ich für absolut möglich und der aktuelle Rückgang der Wirtschaft, könnte bereits ein Indikator sein für eine weitere Krise. Einen kompletten Zusammenbruch der Wirtschaft schließe ich auch nicht kategorisch aus, wie gesagt mit unserem „Dominosystem“, ist die Abschätzung schwer, was gewisse Auslöser alles mitreißen. Die Vorbereitung auf solche Events ist gar nicht so leicht, keine Schulden zu haben, wäre der beste Anfang, eventuell eine gewisse Menge an Bargeld und wenn das auch nichts mehr wert ist, hilft vielleicht noch Silber und Gold. Man sollte jedoch die Selbstversorgung für einen gewissen Zeitraum in den Vordergrund stellen (Nahrung, Wasser, Licht, Wärme usw.), weil man im Endeffekt nie weiß, was man noch alles besorgen kann oder nicht. Auch Tauschmittel können in einer Zeit ohne Geld durchaus hilfreich sein.

Risiko Nr. 3 – Industrieunfälle

Dieses Thema betrifft mich eigentlich nicht direkt, aber wie man aber bei Tschernobyl gesehen hat, kam auch damals die „giftige Wolke“ bis zu uns. Ich kann mich noch genau erinnern, dass wir als Kinder nicht in Sandkisten spielen und uns nicht zu lange draußen aufhalten sollten. In der Industrie sind Unfälle nie ganz auszuschließen, in Österreich haben wir zwar keine aktiven Atomkraftwerke, aber nicht weit über die Grenzen hinaus, befinden sich einige dieser Anlagen. Es gab aber auch schon öfter Probleme in Chemiefabriken, auch dort treten bei Bränden zum Teil sehr giftige Stoffe aus. Wer in der Nähe solcher Anlagen wohnt, wird sich wahrscheinlich solcher Risiken sehr bewusst sein.

Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich für solche Events die Chance nicht all zu hoch einschätze, zumindest direkt in meinem Wohngebiet. Für Bedrohungen aus weiter Ferne, hätte ich tatsächlich keine Strategie vor Ort, sondern würde einfach versuchen der Gefahr durch Flucht zu entkommen. Das bedeutet, dass ich weder in  Richtung Atemschutz, noch Jodtabletten, Schutzanzüge, Sauerstoffflaschen oder ähnliches zuhause habe. Ich habe auch nicht vor mich in diese Richtung vorzubereiten, weil ich die Chancen als sehr gering sehe und wenn tatsächlich etwas passiert, halte ich die möglichen Gegenmaßnahmen doch für sehr begrenzt.

Risiko Nr. 4 – zivile Unruhen, Plünderungen, menschliche Bedrohungen

Das Thema „menschliche Bedrohungen“ fällt immer wieder in Prepperkreisen, die vorausgesetzten Gründe dafür, sind sehr vielfältig. Genannt werden kulturelle Probleme mit Einwanderern, Wirtschafts- und Finanzkrisen, Kriege und andere Ereignisse, welche längerfristig zu Chaos und Ausnahmezuständen führen könnten. Sicher kann es im Zuge von lang andauernden Problemen auch zu solchen Umständen kommen. Es dauer oft gar nicht so lange bis Leute verzweifeln und versuchen dringend benötigte Dinge zu besorgen, mit welchen Mitteln auch immer. Dazu kommen noch Menschen, die solch ein Chaos einfach zum eigenen Vorteil nutzen wollen und sich dann bei anderen bedienen. Das passiert zum Teil sogar bei lokalen und kurzfristigen Krisen wie Naturkatastrophen. Bei Sturmschäden in den USA hört und liest man immer wieder von Plünderungen in Katastrophengebieten.

Sich auf menschliche Bedrohungen vorzubereiten, ist definitiv keine einfache Sache. Eine praktische Vorbereitung kann ich mir noch vorstellen, also in Form von verschiedenen Selbstverteidigungsstrategien, Schutz für das Eigenheim, Planung einer Flucht, um aus der Gefahrenzone zu entkommen. Eine Komponente ist aber extrem schwierig, speziell für mich und das ist die mentale Voraussetzung die vorhandenen Methoden auch einzusetzen. Nur weil man eine Feuerwaffe hat, bedeutet das nicht automatisch, dass man auch in der Lage ist diese auch tatsächlich auf Angreifer abzufeuern. Ich bin mir nicht sicher, ob ich damit fertig werden würde.

Risiko Nr. 5 – Blackout (großräumig)

Ein langer und großflächiger Stromausfall, wie man das früher nannte, ist aus meiner Sicht durchaus möglich. Mit dem immer weiter steigenden Energiebedarf und zum Teil alten Anlagen, wird die Gesamtlage nicht besser werden. Ein lokaler Ausfall von ein paar Stunden, wäre für die meisten Leute sicher kein Problem. Wenn man aber von Tagen oder sogar Wochen ausgeht, bekommen wohl 95% der Leute ernsthafte Probleme. Spätestens wenn Geschäfte, Banken, Tankstellen und andere wichtige Institutionen den Dienst einstellen müssen, wird es viele „Bedürftige“ Menschen geben. Auch die medizinische Versorgung würde über kurz oder lang zusammenbrechen, also Ärzte, Krankenhäuser und Apotheken könnten dann nur bedingt ihre Aufgaben erfüllen. Behörden wie Polizei und Feuerwehr, wären wohl schnell überfordert mit den Auswirkungen eines großflächigen Stromausfalles, vor allem bei schwierigen Bedingungen, wie im Winter.

Auch hier kann ich nur in Bezug auf Nahrung, Wasser, Wärme, Notdurft und im schlimmsten Fall für die Verteidigung meiner Ressourcen vorsorgen. Auf die Details brauche ich wohl nicht einzugehen, schaut dazu in meinen Artikel über den großen Stromausfall in Deutschland 2005, hier der Link dazu:

https://prepperfox.net/2019/11/27/krisenvorsorge-schneechaos-statt-zombies/

Risiko Nr. 6 – das Ende der Welt, Zombies, Meteoriten, Eiszeit, Terror usw.

An diese Szenarien denke ich bei meiner Krisenvorsorge gar nicht, weil ich sie entweder für unmöglich halte, ich keine Chance sehe, dass ich selbst betroffen bin, oder einfach keine Möglichkeit habe mich auf irgendeine Art vorzubereiten. Solche Dinge kommen in Horror- und Katastrophenfilmen vor und in, aus meiner Sicht unnötigen Dokumentationen. Warum soll ich an so etwas Zeit verschwenden? Dazu habe ich mal einen Teenager gesehen, der sich in der berühmten Dokuserie „Doomsday – Preppers“ auf eine Zombieapokalypse vorbereitet. Er hat sich dazu einen Baseballschläger mit Stacheldraht und Nägeln ausgestattet, damit er sich verteidigen kann. Was um Himmels Willen läuft bei solchen Leuten falsch? Eventuell wundert sich der Eine oder Andere, dass auch Terror in dieser Gruppe dabei ist, aber wenn man sich die tatsächlichen Zahlen ansieht, ist man eher gefährdet an einer Grippe zu sterben, als bei einem Terroranschlag. Gefährlich sehe ich Terror nur bei Angriffen auf Energiestrukturen, Finanzen oder anderen sensiblen Gebieten, gemeint ist hier der sogenannte „Cyberterror“.


 

Wenn ich mir diese Einschätzungen so anschaue, habe ich wohl die wichtigsten Dinge durch. Die Auflistung halte ich für realistisch und nicht überzogen, wie bei manchen anderen Preppern. Wie denkt ihr über die genannten Risiken? Habt ihr bei eurer persönlichen Einschätzung ähnliche Gedanken? Schreibt mir dazu bitte einen Kommentar, über ein Like und ein Abo meines Blogs, würde ich mich ganz besonders freuen!

4 Kommentare

  1. Wir alle wollen mal auf den Eifelturm oder mit der Londoner U-Bahn zum Time Square fahren. Oder vielleicht die Cheopspyramiden besuchen? Ein Besuch auf einem Ansbacher Festival / Konzert? Oder zur Weihnachtszeit über den Christkindlmarkt schlendern?…

    So gering ist die direkte und persönliche Terrorgefahr gar nicht. Meine Kinder haben alle die Anweisung, Massenaufläufe und dergleichen zu meiden, bei orientalisch aussehenden Gruppen die Straßenseite zu wechseln bzw. sich dünne zu machen, um denen nicht zu begegnen…

    Doch Christian, leider muß ich sagen, daß der Terror sehr wohl bei uns angekommen ist.

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    1. Hallo Ralf, danke für deinen Kommentar. Ich möchte nicht, dass mich jemand falsch versteht, ich bestreite gar nicht, dass es Terror gibt und damit verbunden passieren viele schreckliche Dinge und es sterben auch Menschen, was sehr tragisch und traurig ist.
      Was ich nicht o.k. finde, ist die Instrumentalisierung dieser Vorfälle für politische Agenden und das künstliche Hochspielen der Gefahr, weil das Ängste und Hass unter den Leuten erzeugt.
      Schau dir mal diese Statistik an, wie die Terroropfer in Europa immer weiter zurückgehen und vergleiche das dann mit der Berichterstattung in den Medien:
      https://www.watson.ch/wissen/schweiz/982459207-terror-in-europa-und-der-schweiz-seit-1970-diese-fakten-sollte-man-kennen
      Tatsächlich geht der Terror in Europa seit den 70iger Jahren stark zurück (Gott sei Dank).

      Schaut man sich dazu im Gegensatz an, dass über 44.000 Menschen im Jahr an Grippe sterben in Europa, sehe ich Terror zwar als Gefahr, aber sicher nicht als „allgegenwärtig“, wie es uns die Medien erzählen. Glaubt man unseren Berichterstattern, kann man ja tatsächlich nicht mehr in den Urlaub fliegen, auf Veranstaltungen gehen und muss öffentliche Ansammlungen meiden, wie du das ja auch schreibst.
      Extreme und Extremisten gab es schon immer auf dieser Welt und das wird es immer geben, niemand kann das verhindern oder aus der Welt schaffen und jeder Tote ist unbestritten ein trauriges und unnötiges Schicksal, aber nicht hinter jeder Ecke steht ein Islamist, der uns nach dem Leben trachten will.

      Wie gesagt ist Terror eine Tatsache, Anschläge passieren und sind für alle Beteiligten eine schlimme Sache, dennoch ist es wichtig über reale Zahlen und Fakten zu sprechen und sich erst dann ein Bild zu machen.

      LG Christian

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      1. Mit Statistiken ist das so eine Sache. Wenn Mord und Totschlag nicht als „Terror“ erfaßt wird, dann ist es natürlich auch keiner – laut Statistik und offizieller Verlautbarung. Es gilt nach wie vor: Traue nur der Statistik, die Du selbst gefälscht hast.

        Und was das instrumentalisieren angeht: Ich habe mittlerweile wirklich Angst. Angst um mich, Angst um meine Lieben und Angst um unsere Zukunft und unsere Heimat. Und da benutze ich dann sehr wohl Wahrheiten, um andere auf diese aufmerksam zu machen.

        Aber ich akzeptiere, daß Du deinen Kanal nicht mit „brauner Soße“ kaputt machen möchtest.

        Lieben Gruß
        Ralf

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