Blackout – Gibt es Risikofaktoren?

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Das ist eine relativ einfache Frage, aber es ist gar nicht so einfach das konkret und fundiert zu beantworten. Trotzdem habe ich versucht in diese Richtung zu recherchieren und mir zumindest ein ungefÀhres Bild zu machen, welche Gefahren es gibt. Mehr dazu in diesem Artikel.

ZunÀchst wÀre mal zu klÀren, wie die Definition eines Blackouts aussieht, hierzu findet man auf Wikipedia folgenden Eintrag:

Als Blackout bezeichnet man den plötzlichen, ĂŒberregionalen und lĂ€nger andauernden Stromausfall großer Stromnetze. Besonders populĂ€r wurde der Begriff mit dem großen Stromausfall 2003 in den USA und dem Stromausfall in Europa im November 2006. Ein solcher Ausfall fĂŒhrt im Gegensatz zu lokalen AusfĂ€llen auch zu weitreichenden InfrastrukturausfĂ€llen (Telekommunikations-, Wasser-, Abwasser-, Geld-, Lebensmittel-, Gesundheitsversorgung usw.) bzw. zu erheblichen EinschrĂ€nkungen auch nach dem unmittelbaren Stromausfall.

 Als Prepper frage ich mich schon lange, wie hoch das Risiko fĂŒr einen Blackout z.B. bei uns in Österreich wĂ€re. Statistiken und Artikel gibt es dazu genug, leider sind die Aussagen sehr unterschiedlich, die Wahrscheinlichkeiten gehen auch von „sehr gering“ bis „jeden Moment zu erwarten“. Somit helfen mir diese Artikel nicht wirklich weiter. Meine Idee wĂ€re gewesen mich nicht mit diesen Artikeln herumzuschlagen, sondern direkt einen Energieversorger, genauer gesagt meinen Energieversorger vor Ort ein paar Fragen zu stellen. Dazu habe ich einen Fragenkatalog zusammengestellt, was mich als Prepper halt so interessieren wĂŒrde. Im Grunde waren das recht einfache Fragen und ich bekam einige Zeit nach dem Senden meiner Mail sogar die RĂŒckmeldung „wir haben ihre Fragen an die zustĂ€ndige Abteilung weitergeleitet“. Das war leider das Letzte, was ich vom Energieversorger gehört habe. Entweder können oder wollen sie keine Fragen zum Thema Blackout beantworten. Das werte ich jetzt mal nicht so dramatisch, finde es aber schade.

Damit bleibt mir nur mehr die Möglichkeit, mich ĂŒber Risikofaktoren zu informieren und da gibt es doch einige, wie ich feststellen musste.

Risikofaktor 1 – Hohe Netzbelastung

Es steht außer Frage, dass der Energiebedarf in Europa stĂ€ndig steigt, nicht nur in der Industrie, sondern auch im privaten Bereich. Das liegt an der gestiegenen Anzahl von Verbrauchern in den Haushalten, dem gestiegenen Energiehunger der einzelnen GerĂ€te (trotz optimierter Technik) und dem Wohlstand der Gesellschaft (wir können uns viel mehr elektrische Helfer leisten, also noch vor einigen Jahren). Im Juni 2019 gab es in Deutschland einen Engpass im Stromnetz, die Verantwortlichen hatten alle HĂ€nde voll zu tun, damit sie die Netzfrequenz von 50Hertz aufrechterhalten konnten. Dazu wurde sogar Strom aus NachbarlĂ€ndern importiert. Die Behörden prĂŒfen seither auch die genauen Ursachen, versichern jedoch, dass die Versorgung grundsĂ€tzlich nicht in Gefahr war. Die Frage ist halt, ob sie es wirklich zugeben wĂŒrden, wenn die Lage tatsĂ€chlich bedrohlich war. Die Forcierung der Elektroautos trĂ€gt auch nicht gerade positiv zum Versorgungsproblem bei und auch immer mehr Heizungen laufen mit Strom (Infrarotheizkörper z.B.). Speziell wenn Ölheizungen noch aus dem Verkehr gezogen werden, könnten Heizungen mit Strom in der Anzahl steigen.

Risikofaktor 2 – Weite Transitstrecken fĂŒr Strom

Dieses Problem war mir nicht ganz so bewusst, muss ich zugeben. Soweit ich gelesen habe, wird auch Strom fallweise ĂŒber wirklich lange Strecken vom Erzeuger auf den Weg geschickt, das fĂŒhrt nicht nur zu höheren Leitungsverlusten, sondern ist auch weit teurer. Manche LĂ€nder schaffen es dann auch nicht ihre Stromversorgung selbst zu decken und mĂŒssen sogar aus anderen LĂ€ndern Strom importieren. Es kommt zum Teil auch zu Umwegen beim Energietransport.

Risikofaktor 3 – Elektroindustrie (Atom, Kohle, Gas, Wasserkraft)

In Deutschland lĂ€uft immer wieder die Betriebserlaubnis von Kohle-, Gas- oder Atomkraftwerken aus, die Katastrophe in Fukushima, hat diesen Prozess noch erheblich beschleunigt. Weitere Anlagen werden zeitlich gestaffelt in den nĂ€chsten Jahren noch ihren Betrieb einstellen mĂŒssen. In Österreich gibt es keine aktiven Atomkraftwerke, dafĂŒr haben wir viel Wasserkraft, aber auch diese Anlagen haben Probleme, wenn es zu einem Niedrigwasserstand kommt, der meist im Sommer auftritt. Stromerzeugung aus Gas wird hier viele EngpĂ€sse aus anderen Bereichen auffangen mĂŒssen. Wind- und Solarstrom haben dafĂŒr noch einen viel zu geringen Anteil an der Gesamtproduktion.

Risikofaktor 4 – Schwankungen aufgrund von erneuerbaren Energien

Energie aus der Sonne oder dem Wind, ist weit instabiler als Strom aus Kohlekraftwerken, zusĂ€tzlich ist auch die KomplexitĂ€t und die WartungsintensitĂ€t dieser Anlagen eine echte Herausforderung. Die einzige Hoffnung wĂ€ren effiziente Speichertechnologien, die es aber noch nicht in dem Maße gibt. Die Frage ist auch, ob die Versorgung dann nicht immer schwieriger wird, wenn die Möglichkeiten mit konstanter Versorgung (Kohle und Atom) nach und nach vom Netz gehen und nicht gleichermaßen fĂŒr Ersatz gesorgt wird. Egal wie viel Wind- und Solarkraftwerke es gibt, beide Energiequellen unterliegen starken Schwankungen und können von uns nicht beeinflusst werden.

Risikofaktor 5 – Cyberangriffe

Es gibt eine interessante Webseite zu diesem Thema, diese heißt „sicherheitstacho.eu“, hier sieht man die weltweiten Angriffe, was ich persönlich schon recht beeindruckend finde. Ich weiß nicht genau, wo die Daten herkommen, aber die Gefahr eines Energieausfalles durch den Angriff eines Hackers ist realer, als uns das vielleicht lieb ist. Kaum ein System ist nicht mit dem Internet verbunden und wenn sogar Institutionen wie das Pentagon und die NASA von einem 16jĂ€hrigen gehackt werden können (Tatsache), dann wird das bei einem Energieversorger wohl noch einfacher sein, nehme ich zumindest an. Stellt man sich nun vor, dass der Terror in Europa in diese Richtung gehen wĂŒrde, wĂ€re ein Angriff auf die Energieversorgung ein recht effektiver Weg Chaos zu verursachen. Die meisten Systeme brauchen nach einem Totalausfall zumindest ein paar Tage, bis alles wieder online ist und reibungslos funktioniert.

Risikofaktor 6 – Infrastruktur

Zu diesem Problem findet man nur recht wenige Infos, aber es ist klar, dass die Anlagen zum Teil doch schon etwas Ă€lter sind und viele Energieversorger sehr gewinnorientiert arbeiten. Das heißt, dass die Wartung und fĂ€llige Reparaturen oft nicht die höchste PrioritĂ€t haben. Soweit ich gelesen habe, gibt es eine heikle Verbindung zwischen Nord- und SĂŒddeutschland, die veraltet ist und eventuell zu einem kompletten Ausfall der Versorgung Norddeutschlands fĂŒhren könnte. Es gab auch schon ein Stromchaos, dass durch defekte Stahlmasten im Zuge eines Winterchaos ausgelöst wurde, das lag unter anderem an dem schlechten Material und dem Alter der Masten. Ich bin mir nicht sicher, ob die Infrastruktur mit dem zunehmenden Bedarf in gleichem Maße mit gewachsen ist und sich entsprechend gerĂŒstet hat.

Weitere Risikofaktoren – EMP Impuls, SonnenstĂŒrme, Naturkatastrophen, menschliches Versagen

Auch wenn diese speziellen Risiken nicht ganz so wahrscheinlich sind, heißt das nicht, dass sie nicht zum Problem werden können. Mit einem EMP (Elektromagnetischer Impuls), können elektronische Systeme großflĂ€chig zerstört werden. Angeblich entwickelt Korea gerade eine Bombe, die auf diesem Prinzip basiert. In den USA gab es z.B. schon mal einen Sonnensturm, der komplette Telegrafensysteme zerstört hatte. Damals war die Energieversorgung noch in den Kinderschuhen, daher hielten sich die Folgen in Grenzen. Auch in Europa gibt es Erdbeben, aktive Vulkane und andere umweltbedingte Ereignisse, die der Stromversorgung gefĂ€hrlich werden können.  Was menschliches Versagen alles bewirken kann, brauche ich wohl nicht zu erklĂ€ren, die KomplexitĂ€t, wie auch die AnfĂ€lligkeit der Systeme, trĂ€gt zu diesem Problem auch nichts Gutes bei.


 

Man muss nicht viel recherchieren, damit einem klar wird, dass es Probleme in der Energieversorgung gibt. FĂŒr mich ist ein Blackout eines der naheliegensten und wahrscheinlichsten Szenarien, fĂŒr die ich mich als Prepper vorbereiten möchte. Ich denke es wĂ€re nicht verkehrt, wenn mehr Leute dafĂŒr sorgen wĂŒrden, dass sie zumindest 1 – 2 Wochen auch ohne Strom zurechtkommen. Dazu gehört zumindest die Absicherung im Bereich WĂ€rme, Nahrung, Wasser und Licht.

Was denkt ihr zum Thema Blackout? Haltet ihr die Risiken fĂŒr realistisch oder denkt ihr, dass unsere Versorgung sicher ist? Schreibt mir dazu bitte einen Kommentar, ĂŒber ein Like und ein Abo meines Blogs, wĂŒrde ich mich ganz besonders freuen!

3 Kommentare

  1. In Deutschland werden SonnenstĂŒrme wegen der vielen Solaranlagen genau beobachtet. Es ist immer alles gut gegangen, bislang gab es da noch keine grĂ¶ĂŸeren Probleme. Vor 2 Jahren war es im Sommer mit den Talsperren kurz vor einem Problem. Die Talsperren im Harz waren so leer, das das Oberharzer Wasserregal angezapft werden musste. Die Bevölkerung in Bremen und Hannover hĂ€tte sonst kein Wasser mehr gehabt. Dieser Winter ist sehr warm, wir haben keinen Schnee der die Talsperren im Harz fĂŒllen kann. Wir hoffen alle das es genug regnet. Die Talsperren im Harz sind der grĂ¶ĂŸte Wasserspeicher fĂŒr Norddeutschland. FĂŒr Trinkwasser uns Strom. Das Oberharzer Wasserregal entstand im Mittelalter durch den Bergbau und trieb die Fahrkunst an. Die ersten die damit angefangen haben waren die Zisterzienser Mönche. Die Erfindung des Stahlseils kommt ebenfalls aus dem Harz.

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