Wenn die Welt untergeht, möchte ich als Erster draufgehen!

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Ein drastischer Titel für ein ernstes Thema. Vor einiger Zeit hatte ich einen Meinungsaustausch mit jemanden aus einem anderen Blog. Er findet anscheinend keinen Grund, in einer Welt weiterzuleben, die nicht mehr zu retten ist und wartet auch nicht auf eine bessere Zukunft. Er macht es sich im hier und jetzt gemütlich und verlässt die Bühne, wenn das Schauspiel zu Ende geht. Hört sich düster und traurig an.

Diese Hoffnungslosigkeit ist mir sehr vertraut, es ist noch gar nicht so lange her, da habe ich ähnlich gedacht. Wenn man sich für die dunkelsten Abgründe der menschlichen Psyche interessiert, wie in meinem Fall und sich mit Genozid, Krieg, Satanismus, Mord und Totschlag, Missbrauch, usw. auseinandersetzt, verliert man sehr schnell jeglichen Glauben und schlittert leicht in eine Depression. Das Gute im Menschen rückt in den Hintergrund und man vergisst, dass es auch schöne Dinge auf der Welt gibt. Das kann schon dazu führen, dass man sich ein “Ende” wünscht indem alles Schlechte vom Erdboden verschwindet, damit man sich nicht mehr damit auseinandersetzen muss. Man wünscht sich vielleicht sogar, dass es schnell vorbei ist und man kein langes Leid erfahren muss. Bis zu einem gewissen Grad, kann ich das nachvollziehen, wenn ich mir vorstelle in einem brennenden Haus zu stehen, in der Nähe eines Fensters und mich entscheiden muss zu verbrennen oder in den Tod zu springen, müsste ich glaub ich nicht lange überlegen.

Tiere und Menschen reagieren auf Extremsituationen und Bedrohungen auf 3 verschiedene Arten, entweder sie flüchten, sie erstarren oder kämpfen. Sich zu wünschen bei einem Desaster als Erster drauf zugehen, fällt in die Kategorie “Flucht”, vor allem bei Selbstmord. Es liegt natürlich in unserer Art, dass wir in gewissen Situationen das kleinere Übel bevorzugen, wenn wir uns einer Bedrohung oder großem Leid nicht stellen wollen. Und versteht mich nicht falsch, wenn sich jemand das Leben nimmt, weil er nicht mehr weiß wie es weitergehen soll, dann ist das mit Sicherheit nicht einfach oder leicht. Es gehört sehr viel Mut und Kraft dazu seinem eigenen Leben ein Ende zu setzen, davon bin ich überzeugt. Dennoch werden solche Leute oft als feige oder egoistisch bezeichnet, was ich trotz allem nicht für richtig halte. Leider gehe ich davon aus, dass sich bei einem Ereignis mit Weltuntergangsdimensionen viele Menschen das Leben nehmen werden.

Für mich persönlich war Prepping eine gewisse Erleuchtung, als ich damit begonnen habe war das im Grunde auch eine Lebensentscheidung für mich. Ich habe beschlossen mich nicht auf Hilfe von außen zu verlassen und nicht aufzugeben, falls etwas Schlimmes geschieht, sondern zumindest den Versuch zu unternehmen das eigene Leben und das aller mir nahe stehenden Personen zu schützen oder sogar zu retten. Damit gibt mir das Prepping eine gewisse Hoffnung, an die ich mich klammern kann, wenn mich das Weltgeschehen beängstigt. Menschen brauchen Hoffnung, egal in welcher Form, wenn niemand mehr weiterleben möchte und jeder froh ist, wenn alles vorbei ist, sieht es für die Menschheit nicht sehr gut aus und alles ist bedeutungslos.

Ich möchte auch klar stellen, dass nicht alle Prepper ein Ende herbeiwünschen, damit die Welt endlich besser wird, obwohl dieses Vorurteil immer wieder von “Nicht-Preppern” kommt. Es ist meist genau das Gegenteil der Fall, ich möchte eigentlich nicht, dass sich meine Lebensumstände zum Schlechteren wenden, wer will das schon. Mir wäre es viel lieber, wenn sich die Welt bessert, ohne drastischer Ereignisse. Mein Bugoutbag soll doch verstauben und ich in Ruhe und Zufriedenheit alt werden können, das ist mein Wunsch, aber das Zeug ist da, wenn ich es brauche.

Der Kampf zwischen gut und böse ist real und tobt in jedem von uns und jeden Tag haben wir die Möglichkeit uns für eine der beiden Seiten zu entscheiden. Es gibt so viel Gutes auf dieser Welt und ich wünsche mir nichts mehr, als eine friedliche und schöne Welt, in der es kein Leid gibt und alle glücklich sind. Vielleicht muss die Welt aber erst noch viel schrecklicher werden, bevor sie besser werden kann und wenn ich diese bessere Welt nicht mehr erlebe, dann ist es das halt so, aber ich bereite mich vor und gehe nicht ohne Kampf.

 

Seid ihr auch der Meinung, dass es sich lohnt, für das Leben zu kämpfen? Oder sagt ihr, dass es diese Welt nicht wert ist zu bleiben, wenn es ungemütlich wird? Ich würde mich über einen Kommentar freuen.

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