Bugout und das Leben in der Natur ist wie Camping!

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Bei vielen Preppern sehe und lese ich oft, dass sie total gerne Zelten oder mal in der freien Natur übernachten, gerne Wandern und generell viel draußen sind. Also denken sie kurzerhand, dass es für sie einfacher ist in einer Fluchtsituation zu überleben, weil sie es gewohnt sind ohne den Komfort der 4 Wände, mit Heizung, Kühlschrank usw., zu leben.

Wenn man aber nun in einer Notfallsituation gezwungen ist das Haus zu verlassen und ein paar Tage oder Wochen draußen leben muss, ist das eine komplett andere Situation. Ein Vergleich zu Camping ist hier wie ein Vergleich, zwischen einem Ballerspiel am Computer und einer realen Kampfsituation, die Empfindungen, Ängste und der Stress ist hier auf einem komplett anderen Level und kann nicht einmal ansatzweise verglichen werden.

Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass man entspannt beim Lagerfeuer sitzt, Gitarre spielt und ein Liedchen singt, wenn man von weitem Schüsse oder andere beängstigende Geräusche hört. Wenn es dazu noch nass und kalt ist und eventuell sonst niemand da ist, wird es spätestens nach ein paar Nächten ohne Schlaf nicht nur ungemütlich, sondern zu einer extremen, psychischen Belastung. So schön es dann draußen auch sein mag und wie gerne man vorher im Freien war, hier die Ruhe zu bewahren und richtig zu handeln, wird mit Sicherheit eine extreme Herausforderung für Geist und Körper sein.

Die nächste Sache ist dann, dass Camping gut planbar ist. Man informiert sich im Vorfeld über das Wetter, die Örtlichkeiten und packt entsprechend ein und sollte man etwas vergessen, fährt man in ein Geschäft in der Nähe und kauft dort einfach ein. In einer Fluchtsituation ist das natürlich nicht so, die Ausrüstung ist vielleicht nicht greifbar oder vorhanden, im Wald gibt es kein Geschäft und so steht man mit seinen Kleidern am Leib da und muss zurecht kommen.

Ferner gibt es dann sogar richtige „Edelcamper“, die auf absolut nichts verzichten wollen, wenn sie in der Natur sind. Diese Menschen sind auch gerne draußen, wollen aber den Luxus nicht daheim lassen, sondern mit Stil und Komfort die Natur genießen. Das kann ich eigentlich gar nicht nachvollziehen, das Schöne am Camping ist doch die Einfachheit der Dinge, dem Lärm und der Hektik der Zivilisation zu entfliehen und sich, zumindest ansatzweise, mit der Natur verbunden zu fühlen, ohne all den Luxus, den wir von zuhause gewohnt sind.

Nofallsituationen zu üben, indem man Camping betreibt mag ja zum Teil Sinn machen, solange man sich darüber bewusst ist, dass die dort gemachten Erfahrungen nur im weitesten Sinne mit einem realen Bugout im Ernstfall zu tun haben. Aber zu behaupten, „ich bin Campingexperte und übernachte jede Woche ein bis zweimal draußen“, macht einem noch lange nicht zu einem Survivalprofi, der bei einem SHTF (shit hits the fan) Szenario dann als Einziger überlebt. Zusätzlich zum Camping, könnte man ja auch die Fähigkeiten zum Überleben lernen und dabei testen und üben, es gibt ja auch Survivaltrainings, die man besuchen kann. Das ist eigentlich auch wie Camping, aber mit dem Kernpunkt des Überlebens in der Natur.

Was schadet es, wenn man sich bei einem Camping-Trip auch mit Feuermachen, Pflanzenkunde, Orientierung im Gelände, Suche von Trinkwasser, usw. auseinandersetzt?

Also noch einmal zusammengefasst:

CAMPING ist nicht gleich BUGOUT und SURVIVAL!

Versteht mich nicht falsch, Camping ist ein großartiges Hobby und macht sicher Spaß und wer keinen Gedanken an Extremsituationen und Survival verschwenden möchte, auch kein Problem, muss jeder selber wissen. Für das Überleben ist es aber maximal eine nette Übung am Rande, um vielleicht die Ausrüstung zu testen, aber keine Garantie im Ernstfall draußen klar zu kommen! Was meint ihr, liege ich hier richtig?

 

 

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