Bugout und Survival als „Einzelkämpfer“ oder in der Gruppe?

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Mir fällt bei vielen Preppern immer wieder auf, dass sie beim Bugout und Survival in erster Linie an sich selbst denken. Sie überlegen was SIE tun würden, was SIE mitnehmen und wo SIE hingehen. Das liegt möglicherweise daran, dass sie den Partner oder Kinder nicht mit Gedanken über Flucht und Krieg belasten möchten, bzw. nicht wissen wie die Familie und Freunde auf diese Art von Vorbereitungen reagieren wird. Das hat auch in meinem Fall so begonnen.

Mittlerweile bin ich der Meinung, dass man seine Familie zumindest informieren sollte, ob sie das Vorhaben gut heißen oder unterstützen bleibt natürlich ihnen überlassen. Prepping sollte auf keinen Fall zur Belastung für die Familie werden, man kann Krisenvorsorge als natürlich und sinnvoll näherbringen und muss nicht jeden Tag von der Apokalypse oder einem Weltkrieg sprechen.

Die eigene Familie auf seiner Seite zu haben ist mit Sicherheit ein guter Anfang, aber macht es wirklich Sinn das Prepping mit einer Gruppe von Gleichgesinnten zu teilen? Das ist echt eine schwierige Frage. Eine Gruppe zu bilden hat mit Sicherheit Vorteile, ich sehe hier z.B. folgende:

  • Ressourcen können geteilt werden (Nahrung, Werkzeuge, Trinkwasser, usw.)
  • Mehr Leute wissen mehr (ich wäre froh, wenn ich in einer Gruppe wäre, wo es z.B. einen Arzt, einen Soldaten, einen Jäger oder Fischer, einen Gärtner, usw. gäbe)
  • Wichtige Aufgaben können aufgeteilt werden (wenn man krank ist oder mal schlafen möchte)
  • Eine Gruppe ist stärker und weniger gefährdet angegriffen zu werden (durch Tiere aber auch durch andere Menschen)
  • Nicht alleine zu sein ist wahrscheinlich einer der größten Vorteile (Einsamkeit kann jemanden in sehr kurzer Zeit zur Verzweiflung treiben)
  • Größere Projekte oder Anstrengungen sind in einer Gruppe wesentlich einfacher (z.B. eine Hütte zu bauen, Holz zu fällen, Verletzte zu tragen, usw.)
  •  Bei mehreren Leuten ist es möglich Wachdienste einzurichten und abzuwechseln
  • Unangenehme Dinge können eventuell von anderen übernommen werden (Tiere schlachten kann sicher nicht jeder, Verteidigung gegen andere ist auch nicht jedermanns Sache)
  • Eventuell lässt sich eine Art „Anführer“ finden, der die Gruppe koordiniert und zusammenhält (sinnvolle und gerechte Entscheidungen zu treffen ist sehr wichtig in der Gruppe)

Für diese Punkte musste ich wirklich nicht lange überlegen, also gibt es mit Sicherheit noch mehr Vorteile, die man hier nennen könnte. Leider sehe ich in einer Gruppe auch Nachteile, diese sind aus meiner Sicht wie folgt:

  • Vertrauen ist schwierig, vor allem bei Extremsituationen (wie uns die Nachrichten oft zeigen, kann man fallweise nicht einmal dem eigenen Partner vertrauen, geschweige denn entfernten Bekannten oder gar fremden Leuten)
  • Unterschiedliche Ressourcen können Neid erzeugen (nicht jeder wird bereit sein zu teilen, jemand könnte versuchen an die Sachen von anderen zu kommen)
  • In einer Gruppe muss man Verantwortung übernehmen (für Mitmenschen Verantwortung zu übernehmen ist in einer Gruppe unvermeidlich)
  • Der Sexualtrieb wird nicht verschwinden im Extremfall (sexuelle Übergriffe gibt es in Familien, im Beruf, eigentlich in allen bekannten Lebenslagen, also auch mit Sicherheit in einer Extremsituation)
  • Machtmissbrauch könnte zum Problem werden (wenn jemand die Kontrolle über eine Gruppe übernommen hat und vielleicht Gefallen daran findet, könnte es durchaus zum Missbrauch dieser Macht kommen, auch das ist keine Seltenheit)
  • Streitigkeiten in der Gruppe (Menschen streiten jeden Tag, ein Streit kann durchaus eskalieren, vor allem wenn es niemanden gibt, der eingreifen könnte)
  • Mord aus Angst (wenn die Nahrungsmittel ausgehen, die Ressourcen knapp werden, ist schwer abzuschätzen was Menschen alles tun, um zu überleben)
  • Kannibalismus (auf diesen Punkt möchte ich nicht näher eingehen, da mir das Gänsehaut verpasst, aber die Geschichte zeigt, dass es nicht unmöglich ist)

Wie man es dreht und wendet, eine Gruppe hat aus meiner Sicht immer größere Chancen zu überleben, auch wenn es Risiken gibt. Dennoch ist es gar nicht so leicht andere Menschen zu überzeugen mitzumachen. Das fängt schon innerhalb der Familie an und gilt auch für Verwandte, Freunde, Nachbarn und Bekannte. Viele halten Prepping auch geheim. Ich gehe eher offen damit um, weil ich es grundsätzlich für eine sinnvolle Sache halte. Eine Gruppe habe ich dennoch noch nicht, aber vielleicht ergibt sich das noch. Meine Partnerin unterstützt zwar mein Vorhaben, ist selbst aber noch kein aktiver Prepper.

Was meint ihr? Habt ihr eine Gruppe? Seid ihr Einzelkämpfer? Was sagen eure Familien zu dem Thema? Ich würde mich über Kommentare freuen!

 

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