Wenn man als Prepper beim Survival an seine Grenzen kommt!

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Manchmal glaube ich, dass so einige Prepper ihr Bemühungen als lustiges Hobby sehen und sich freuen, wenn sie Ausrüstung kaufen können, bzw. gemütlich am Lagerfeuer sitzen bei einem kleinen BBQ. Für mich ist Prepping die Vorbereitung auf Krisensituationen und solche Ausnahmezustände zu überleben, setzt die Kenntnis der eigenen Grenzen voraus.

Ich habe in meiner Recherche über Prepping schon über einige unangenehme Szenarien nachgedacht und den damit verbundenen Herausforderungen, denen ich mich hier stellen müsste. In diesem Artikel möchte ich auf 10 dieser Grenzbereiche näher eingehen und hoffentlich einige von euch zum Nachdenken anregen.

  • Panik in einem SHTF (shit hit the fan) – Szenario

Viele Menschen werden bereits an ihre Grenzen kommen, wenn ihre „heile Welt“ plötzlich zusammenbricht. Sei es nun durch eine Umweltkatastrophe, einer bedrohlichen Situation im Falle eines Krieges oder zivilen Unruhen, bei einem längeren Zusammenbruch der Stromversorgung oder die Entwertung des Geldes. All das kann extrem beängstigend sein und Menschen im wahrsten Sinne des Wortes „in den Wahnsinn treiben“. Was mich betrifft würde ich hier auch sehr nervös werden, aber durch meine Vorbereitungen hätte ich zumindest grundlegend einen Plan wie es weitergehen soll und somit wäre hoffentlich die Sache bereits etwas entschärft.

  • Bedrohung durch Menschen

Wenn unsere Strukturen zusammenbrechen und keine Gesetzte mehr gelten, werden wir schnell mit bedrohlichen Menschen konfrontiert sein. Ob das nun Soldaten sind, verzweifelte und hungernde Mitbürger oder Plünderer, die größte Bedrohung für Menschen sind und bleiben andere Menschen. Für mich ist das eine grauenhafte Vorstellung, wenn vor mir jemand mit einer Waffe stünde (Schusswaffe, Messer, o.Ä.) und ich eine Entscheidung treffen muss, wie ich reagiere. Sogar in unserer kontrollierten und zivilisierten Welt, ist es schon unmöglich jede Person 100% akkurat einzuschätzen, gepaart mit Verzweiflung und Chaos, wird das Ganze noch wesentlich schwieriger.

  • Umweltbedingungen

Stellt euch vor ihr flieht vor einer Bedrohung in den Wald und versteckt euch dort. Es regnet und am Abend gehen die Temperaturen gegen Null Grad. Wie lange wird es dauern, bis euch kalt wird? Wenn ihr nicht ordentlich gekleidet seid, bringt euch das in nur wenigen Stunden in ernste Gefahr. Sollte euch das im Winter passieren und es ist euch nicht möglich Unterschlupf zu finden oder Feuer zu machen, kann das praktisch ein Todesurteil sein. Auch andere widrige Umstände, wie schwere Gewitter, Sturm, Hagel, starker Schneefall und Dunkelheit, werden euch sehr schnell an den Rand eurer Fähigkeiten bringen. Wer von euch schon einmal in einem Geschäft eine eiskalte Dose gehalten hat, weiß garantiert auch, wie schmerzhaft Kälte sein kann und wie taub dann die Finger sind, jetzt versucht mal ohne Feuerzeug ein Feuer zu machen, wenn eure Finger total steif sind.

  • Einsamkeit und Isolation

Wenn eure Flucht in den Wald alleine erfolgt ist, weil es eben schnell gehen musste, werdet ihr in nur wenigen Tagen, oder spätestens Wochen, ein massives Problem bekommen, weil euch sozialer Kontakt fehlt. Viele unterschätzen das, aber die Einsamkeit und Isolation, kann in Menschen schwere Traumata auslösen. In unserer Geschichte gab es zahlreiche Experimente in Bezug auf Isolation und Einsamkeit, sie waren erschreckend, verstörend und grausam, ohne jegliche Ausnahme. Wir Menschen sind es gewohnt andere Menschen um uns zu haben, ausgenommen von den paar Einsiedlern, die es rund um die Welt gibt, schätzen und brauchen wir den Kontakt zu Anderen. Das Überleben wird alleine auch um ein Vielfaches komplizierter, man braucht nur krank werden, oder sich zu verletzen.

  • eklige Nahrung

Hunger kann tatsächlich schmerzhaft sein, wir kennen das nicht, weil unsere Geschäfte voll mit Lebensmittel sind und wir beinahe rund um die Uhr Zugriff darauf haben. Wenn es nun darum geht nicht zu verhungern, wird es eventuell nötig werden eklige und abstoßende Dinge zu essen. Bei Pflanzen hätte ich weniger Probleme, wenn ich aber daran denke Insekten, Schnecken oder Regenwürmer essen zu müssen, graut mir schon ein wenig. Angeblich kann man das Essen solcher Tierchen üben, ob das tatsächlich möglich ist, wage ich zu bezweifeln. Ich glaube, dass ich alles kochen würde, soweit irgendwie möglich und hoffen, den Geschmack so etwas zu verbessern und vor allem Keime und Erreger abzutöten.

  • Schlaf in einer Ausnahmesituation

Fallweise habe ich daheim in meinem warmen Bettchen schon Probleme ein- und durchzuschlafen, in einer Ausnahmesituation oder im Freien, wird das definitiv noch weit problematischer sein. Als Kinder und Jugendliche, waren wir des Öfteren in der Natur, auch zum Übernachten und das Hauptproblem war jedes Mal der Schlaf. Wer schon einmal ein ordentliches Schlafdefizit gehabt hat, dem sollten die Auswirkungen von Schlafentzug nur zu gut bekannt sein. Wenn ich nur 2 – 3 Stunden Schlaf bekomme, bin ich am nächsten Tag wie ein Zombie und kriege oft gar nichts auf die Reihe. Wenn nun mein Leben davon abhängen würde, gut zu funktionieren, hätte ich ohne genügend Schlaf ernsthafte Probleme.

  • Durchfall, Verkühlung und andere Gesundheitsprobleme

Wenn man nicht ganz gesund ist und z.B. Durchfall hat, oder mit einer Verkühlung kämpft, von Kopf- oder Zahnschmerzen geplagt wird, dann ist das zwar unangenehm, aber mit einem Gang zum Doktor und der richtigen Medikation grundsätzlich keine Tragödie. Seid ihr nun alleine im Wald, fehlt die Versorgung durch Doktor und Apotheken, werden auch solche kleinen Probleme schnell zu Risikofaktoren. Durchfall ist speziell problematisch, weil es dem Körper sehr viel Flüssigkeit entzieht. Leider kann man dieses Problem auch haben, ohne krank zu sein, unser Verdauungstrakt ist sehr empfindlich und reagiert sogar auf psychische Belastungen mit Fehlfunktionen.

  • Fitness

Ich bin generell eher faul, daher habe ich Übergewicht und bewege mich viel zu wenig. Mir ist das über das Prepping erst wieder richtig bewusst geworden und so habe ich beschlossen abzunehmen und sportlicher zu werden. Wer ernsthaft glaubt, dass er in einer Ausnahmesituation, mit 150kg, der Zigarette in einer Hand und dem Bier in der anderen recht weit kommt, sollte vielleicht noch einmal nachdenken. Man muss keinen Marathon laufen können oder mit 100kg Kniebeugen machen, aber eine Grundfitness sollte jeder Prepper haben, um seine Überlebenschancen zu erhöhen. Ich habe bereits 10kg in einem Monat abgenommen und schaffe mittlerweile 80 Liegestütz pro Tag, somit bin ich auf einem guten Weg und setze damit meine Grenzen der Belastbarkeit in die Höhe.

Hier der Link zu meinem YoutubeVideo zum Abnehmen:
Prepper Diät und Fitness

  • Fähigkeiten

Darauf kann ich gar nicht oft genug hinweisen, kauft nicht nur Ausrüstung und Vorräte, beschäftigt euch generell mit dem Überleben und den dazu gehörigen Techniken. Nur wer weiß, wie man in einer Extremsituation handelt, wird in der Lage sein einen kühlen Kopf zu bewahren und zielstrebig die richtigen Strategien zu wählen, die das eigene Überleben und das der nahestehenden Personen begünstigt. Für Ausrüstung gilt dies ebenso, das beste Survival-Kit ist nutzlos, wenn ihr nicht wisst, was ihr damit anfangen sollt. Warum trainieren Soldaten, Rettungskräfte, Polizei und Feuerwehr immer und immer wieder ihre Fähigkeiten?

  • Töten, um zu überleben

Beim letzten Punkt in dieser Liste, geht es um den mit Abstand schwierigsten Aspekt beim Überleben. Es beginnt bereits bei der Nahrung, mit Pflanzen alleine werdet ihr nicht überleben können, es wird von Nöten sein auch Tiere zu jagen, zu töten und zu essen. Hier habe ich bereits die ersten Schwierigkeiten, wenn ich mir als Beispiel einen Hasen oder ein Huhn vorstelle, die ich töten müsste, bin ich mir vom jetzigen Standpunkt aus nicht sicher, ob ich das schaffen würde. Wie weit mich hier der Hunger treiben kann, bleibt ungeklärt, bis es tatsächlich so weit kommt. Eine weit extremere Situation wird es sein, wenn man einer Bedrohung gegenüber steht, wie ein Angreifer mit einem Messer, würdet ihr in der Lage sein diese Person zu verletzen oder gar zu töten, damit ihr sicher seid? Ich kann mir das nicht einmal vorstellen, wie es ist einem anderen Menschen das Leben zu nehmen. Im Zuge einer Selbstverteidigung, wo man nur mehr im „Not-Programm“ funktioniert, ist das zumindest zum Teil denkbar. Bewusst die Entscheidung zu treffen jemanden zu töten, liegt weit außerhalb meiner Vorstellungskraft.

Wahrscheinlich gibt es noch mehr Situationen, wo Menschen beim Survival an ihre Grenzen kommen, diese 10er Liste stellt einfach meine Gedanken dar und die Szenarien, mit denen ich mich beschäftigt habe. Wo seht ihr eure Grenzen? Habt ihr an die oben genannten Punkte gedacht oder seid ihr Prepper, die mit solchen Gedanken nichts zu tun haben möchten? Lasst es mich wissen uns schreibt bitte einen Kommentar!

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