Krisenvorsorge und Rotation?

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Einigen wird der Ausdruck “Rotationssystem” schon ein Begriff sein, für all jene, die dahingehend noch nichts gehört oder gelesen haben, möchte ich das in diesem Artikel erklären und zusammenfassen. Dieses System sollte man auf mehrere Bereiche beim Prepping anwenden, vor allem bei der Krisenvorsorge daheim und nicht nur in Bezug auf Lebensmittel. Sicher macht es auch beim Fluchtrucksack oder EDC-Bag (every day carry) Sinn.


Krisenvorsorge im Heimbereich

  • Lebensmittel

Bei Nahrung setze ich mir das Ziel für 3 Monate einen Vorrat zu haben, der dann für mich und meine Partnerin reichen sollte. Wenn ich hier von einem Bedarf von 2000kcal pro Person ausgehe, müsste ich also von 4000 x 90Tage = 360.000kcal ausgehen. Den Bedarf stelle ich mit verschiedenen Möglichkeiten zusammen, ich möchte einen Teil mit spezieller Notnahrung abdecken, diese sollte zumindest 25 Jahre haltbar sein. Es gibt spezielle Shops (conserva.de z.B.), wo man Notrationen für Krisen kaufen kann. Der zweite Teil besteht dann aus lang haltbaren Lebensmitteln, wer Interesse hat kann sich dazu folgenden Artikel aus meinem Blog ansehen:

Lebensmittel für die Krisenvorsorge

Das Rotationssystem kommt bei den lang haltbaren Lebensmitteln zum Tragen, dazu werde ich mir ein Regal erstellen und die Packungen nach Haltbarkeitsdatum sortieren. Dann erstelle ich mir eine Liste oder mache Einträge in meinen Kalender am Handy, so werde ich erinnert, wenn ich etwas verbrauchen sollte. Wenn ich dann die Lebensmittel neu kaufe, sortiere ich sie dann hinten ein, also rücken die Lebensmittel nach vorne, die als nächstes verbraucht werden sollten. Ich werde auch darauf achten, dass ich nicht zu viele Lebensmittel habe, bei denen man Wasser für die Zubereitung braucht, da ich Trinkwasser sehr sparsam in einer Krisensituation einsetzen möchte. Daher werde ich viele “ready to eat”, also essfertige Lebensmittel kaufen (Konserven, Fertiggerichte). Natürlich muss man auch die Ware mit Jahrzehnte langer Haltbarkeit irgendwann mal aufbrauchen und erneuern.

  • Wasser

Ohne Berücksichtigung von Verbrauchswasser (Waschen, Duschen, usw.) und Wasser zum Kochen, gehe ich bei 2 Erwachsenen von zumindest 4 Liter Verbrauch pro Tag aus. Also brauche ich für 2 Personen in 90 Tagen mindestens 360 Liter trinkbares Wasser. Diese habe ich in Form von 20L Kanistern, befüllt mit Leitungswasser und Wasserentkeimungstabletten für 6 Monate Haltbarkeit. Zusätzlich werde ich noch Mineralwasser in Glasflaschen oder auch PET-Flaschen besorgen. Das Rotationssystem brauche ich hier bei beiden Varianten, bei den Kanistern tausche ich das Wasser alle 3 Monate bei der Hälfte. Wenn ich alle Kanister auf einmal befüllen würde und nach 5 Monaten tritt eine Krise ein, bei der die Versorgung mit Leitungswasser zusammenbricht, dann wäre mein Vorrat nur mehr ein Monat haltbar. Wenn man also bei der Rotation immer nur einen Teil austauscht, sind zumindest einige Wasserreserven länger nutzbar. Die Mineralwasserflaschen müssen natürlich auch stätig aufgebraucht und erneuert werden. Vor allem bei PET-Flaschen kann nach einigen Monaten oder Jahren die Chemie vom Plastik in das Trinkwasser übergehen. Glasflaschen wiegen leider einiges und sind daher unangenehmer beim Transport. Regenwasser kann natürlich auch genutzt werden.

  • Erste-Hilfe und Medikamente

Ein guter Notvorrat sollte auch Medikamente und Verbandszeug beinhalten, auch diese Sachen haben ein Ablaufdatum und manche Medikamente sind hier besonders heikel (Augentropfen z.B.). Das Rotationssystem läuft hier natürlich nur über eine Entsorgung und Erneuerung, schließlich kann ich ja nicht einfach Medikamente nehmen, nur weil sie gerade ablaufen. 😉 Natürlich haben auch Bandagen, Pflaster und andere Verbandsmaterialien ein Ablaufdatum und müssen von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden. Es könnte auch sein, dass die Verpackungen undicht werden und so Keime in das Material kommen können. Man sollte nicht das Risiko eingehen eine Wundinfektion in einer Notsituation zu bekommen, wenn es vielleicht weit und breit keine medizinische Hilfe gibt.

  • Batterien

Wenn kein Strom mehr da ist, sind Batterien essentiell. Sie können Taschenlampen, Radios uvm. betreiben, die Haltbarkeit hängt hier vom Typ der Batterie ab. Lithium Batterien halten im Normalfall und bei korrekter Lagerung 10 – 20 Jahre, Lithium Knopfzellen ca. 5 – 10 Jahre. Standardmäßige Alkali Batterien halten etwa 5 – 10 Jahre, bei Knopfzellen etwa 3 – 4 Jahre. Silberoxid und Zink-Luft Batterien sind eher selten, sie halten etwa 3 – 4 Jahre. Diese Angaben sind natürlich nur Richtwerte, es kann sein, dass die Batterien viel früher unbrauchbar sind (Oxidation, Austritt von Flüssigkeit, Aufblähen, usw.), es ist aber auch denkbar eine längere Haltbarkeit zu erzielen, je nach Lagerung, Hersteller und Qualität. Es ist auf jeden Fall ratsam den Vorrat im Auge zu behalten und auch eine Rotation durchzuführen.

 

Krisenvorsorge für unterwegs

  • Auto

Im Auto fällt mir sofort mal das Erste-Hilfe Paket ein, auch dieses hat ein Ablaufdatum und gerade bei den Verhältnissen im Auto (Feuchtigkeit, Wärme, Kälte, usw.), wird das Material mehr gefordert, als im Verbandskasten zuhause. Wer dann noch Nahrungsmittel oder Wasser im Auto hat, wird auch diese Dinge in regelmäßigen Abständen verbrauchen und austauschen müssen.

  • Fluchtrucksack (Bugoutbag)

Ich gehe bei einer Flucht von ein paar Tagen bis maximal ein paar Wochen aus, daher habe ich schon aufgrund des Gewichtes nur wenig Nahrung im Rucksack geplant. Es handelt sich hier um ein paar Säckchen Trinkwasser (5 x 100ml), das zumindest 1 – 2 Jahre hält, als feste Nahrung sind 2 Tagesrationen von “Trek´n´eat“ dabei. Zusätzlich sind noch ein paar Päckchen NRG-5 Notnahrung und Survivor Outdoor-Kekse vorhanden. All diese Dinge haben ein Ablaufdatum und müssen also dementsprechend aufgebraucht und erneuert werden. Auch die Medikamente und das Verbandszeug im Fluchtrucksack halten nicht ewig, also ist auch hier ein Management nötig.

  • EDC-Bag (every day carry Tasche)

Eine essentielle EDC Ausrüstung sollte ein kleines Erste-Hilfe Paket sein, also ist auch hier darauf zu achten das Verbandsmaterial auch mal zu erneuern. Da man das Zeug immer oder zumindest sehr oft bei sich trägt, könnte es auch sein, dass die Verpackung beschädigt wird oder mal was feucht wird.

 

Externe Krisenvorsorge

Es wird unter euch vielleicht Leute geben, die einen speziellen Rückzugsort haben, eine sogenannte “B.O.L” (bugout location). Wenn dort eine Hütte, ein Bunker oder was auch immer vorhanden ist, wo ebenfalls ein Krisenvorrat bereitsteht, müsst ihr natürlich auch dort alles nach Bedarf rotieren. Da ihr diese Sachen nicht ständig im Auge behalten könnt, wird eine regelmäßige Kontrolle ratsam sein. Teilweise vergraben Prepper auch “Not-Fässer” mit diversen Vorräten, damit ein Fremdzugriff erschwert wird oder eine Versorgung an speziellen Orten gegeben ist. Mich betrifft das eigentlich nicht, da ich vorerst weder einen externen Vorrat an einem entfernten Ort habe, noch vergrabene Container im Wald oder sonst wo.


 

Egal welche Vorräte ihr euch zulegt, das ganze System muss “leben” damit es sinnvoll funktioniert. Im Ernstfall habt ihr eventuell keine Chance mehr etwas neu zu kaufen und auszutauschen. Daher könnt ihr euch nach dem Einlagern nicht allzu lange auf die Couch setzen und gemütlich auf eine Krise warten.

Wie sieht es bei euch mit Rotation aus? Ist eure Krisenvorsorge ein flexibles und lebendes System? Lasst mir dazu doch bitte einen Kommentar da und über ein “Like” würde ich mich sehr freuen, natürlich könnt ihr meinen Blog auch Abonnieren.

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