10 Tipps für den Bugoutbag!

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Jeder Prepper kennt wahrscheinlich den Ausdruck Fluchtrucksack oder Bugoutbag, ich arbeite ca. seit einem Jahr an so einem „Notfallpaket“. Leider sind die Varianten vielfältig und man muss die Ausgangslage berücksichtigen. Daher gibt es auch zahlreiche Möglichkeiten, Ansichten und Meinungen zu dem Thema. Wer sich also einen Bugoutbag zusammenstellt, sollte aber ein paar Dinge beachten, welche das aus meiner Sicht sind, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Wozu sollte man sowas überhaupt haben? Sollte es jemals nötig sein, das Zuhause rasch verlassen zu müssen (Naturkatastrophe, Evakuierung oder andere unmittelbare Bedrohungen), wäre es nicht schlecht ein paar Sachen vorbereitet zu haben. In Erfahrungsberichten liest man immer wieder, dass Leute zum Teil ohne Schuhe und nur mit Kleidern, die sie gerade tragen, flüchten mussten. Niemand kann garantieren, dass man im Ernstfall genug Zeit hat alles Nötige einzupacken.

Tipp Nr. 1 – Welche Ausgangslage hat man?

Das ist wohl die wichtigste Frage zu Beginn, lebt man in der Stadt, auf dem Land, hat man Kinder, spezielle Bedürfnisse, usw., all diese Faktoren entscheiden, was in den Fluchtrucksack gehört. Hier ins Detail zu gehen, würde den Rahmen sprengen. Ich würde dazu raten sich für das eigene Umfeld genau zu überlegen, was man braucht, wenn man nichts mehr besorgen kann und aus dem eigenen Haus muss. Grundlegende Dinge wie eine kleine Menge Nahrung, Trinkwasser, ein Erste-Hilfe-Set, etwas um sich zu verteidigen, eventuell eine Decke, wären schon ein guter Start.

Tipp Nr. 2 – Welchen Rucksack sollte man nehmen?

Diese Frage ist schon etwas einfacher, wenn feststeht, was alles dabei sein soll, braucht man einen entsprechend großen Rucksack, damit das alles Platz hat. Es sollte eventuell einer sein, wo man die Sachen übersichtlich und geordnet verstauen kann, damit man auch Zugriff auf einzelne Dinge bekommt, ohne alles ausräumen zu müssen. Die Qualität sollte so gewählt werden, dass er nicht nach ein paar Tagen bereits Risse oder Löcher hat und angenehm zu tragen ist. Eventuell sollte er unscheinbar sein und keine grellen Farben oder Tarnfarben haben. Ich würde auch schauen, dass der Rucksack nicht zum Bersten voll ist, damit man etwaige Kleidungsstücke oder andere Dinge noch zusätzlich mitnehmen kann, also noch etwas freien Platz übrig hat.

Tipp Nr. 3 – Das Gewicht!

Diese Sache ist immer wieder ein Streitpunkt unter Preppern. Ich habe am Anfang auch viele Dinge gekauft, in der Zwischenzeit bin ich der Meinung, dass weniger vielleicht mehr ist. Was habe ich von viel Ausrüstung, für jede erdenkliche Situation, wenn ich mit dem Gewicht nur schwer vorankomme. Wenn es darum geht schnell wegzukommen, werden 40kg nicht gerade hilfreich sein. Es hat auch nicht jeder die gleichen körperlichen Voraussetzungen, in meinem Fall werde ich versuchen 15kg nicht zu überschreiten und auch mit diesem Gewicht im Vorfeld regelmäßig zu üben. Gut trainierte Leute schaffen eventuell auch mehr, aber man sollte sich trotzdem fragen, ob man für eine höhere Fluchtgeschwindigkeit nicht auf einige Dinge verzichtet.

Tipp Nr. 4 – Schutz gegen Regen und Nässe?

Eine ganz einfache Sache, an die einige nicht denken, ist ein simpler Regenschutz für den Rucksack. Es gibt sogar Rucksäcke, die das bereits integriert haben und es gibt so etwas auch universell zu kaufen. Nässe kann im Rucksack ein echtes Problem sein, Kleidung wird nass, Nahrung kann unbrauchbar werden, Metall setzt Rost an, usw., daher solltet ihr den Inhalt unbedingt vor Regen oder Nässe schützen. Es gibt z.B. auch Packsäcke, die wasserdicht verschließbar sind, so etwas setze ich sicher nicht nur für Kleidung ein. Was auch eine Option wäre, ist ein Poncho, der groß genug ist, auch den Rucksack zu bedecken, dann ist man zusätzlich selbst auch vor Regen geschützt.

Tipp Nr. 5 – Dinge für die Psyche?

Das ist ein Punkt, den auch viele übersehen, daher möchte ich hier mit Nachdruck darauf hinweisen. Für das Überleben und das Durchstehen von Extrem- oder Ausnahmesituationen, brauchen wir Menschen nicht nur einen starken Willen, sondern vielleicht auch Dinge, die uns wieder Kraft geben. Ob das ein Bild eines geliebten Menschen, das Lieblingsbuch oder andere kleine Gegenstände, wird keine Rolle spielen. Die Hauptsache ist, dass mit den Gegenständen Erinnerungen und positive Emotionen verbunden sind. Über solche Gegenstände habe ich oft in Erfahrungsberichten vom ersten und auch zweiten Weltkrieg gelesen, fallweise haben auch unscheinbare Kleinigkeiten den Soldaten geholfen durchzuhalten und die letzten Kräfte zu mobilisieren. Daher werde ich in meinem Fluchtrucksack sicher an so etwas auch denken.

Tipp Nr. 6 – Wartung und Pflege?

Auch ein Fluchtrucksack sollte gewartet und gepflegt werden, wenn er nur irgendwo im Keller oder am Dachboden herumliegt und verstaubt, ist das nicht sinnvoll. Wenn etwas mit Batterien im Rucksack ist, sollte man diese hin und wieder überprüfen. Nahrungsmittel haben ein Ablaufdatum und gehören aufgebraucht und erneuert, Klebebänder können vergammeln und ihre Klebewirkung verlieren. Erste-Hilfe-Ausrüstung hält nicht ewig, Tabletten ebenfalls. Wer also bereits einen Rucksack hat, den enttäusche ich nur ungern, aber man ist praktisch nie fertig damit, es gibt immer etwas zu tun, rund um diese Noteinrichtung.

Tipp Nr. 7 – Teste die Ausrüstung!

Auch das beachten einige Leute nicht, ich bin der Meinung, dass man sich alles genau anschauen soll, was man in so einen Fluchtrucksack packt. Noch besser wäre es die Produkte auch auszuprobieren und damit zu arbeiten (sofern möglich), das heißt vielleicht auch, dass man Sachen dann ein zweites Mal kaufen muss. Ein Beispiel wäre hier meine Trek´n Eat Nahrung, in meinem Rucksack habe ich zumindest eine Tagesration dieses Herstellers für Trekkingnahrung. Ich wollte aber im Vorfeld wissen, ob mir die Sachen auch schmecken und wie die Zubereitung (das Erwärmen) so abläuft, daher musst ich diese Nahrung testen und wieder neu kaufen. Ich probiere auch alle Werkzeuge und Hilfsmittel aus, egal ob es dabei um ein Zelt, meine Schlafunterlage, die Hängematte, den Schlafsack, um Messer, Axt, Multitools, Feuerstähle oder andere Gegenstände geht.

Tipp Nr. 8 – Anpassung nach Jahreszeit?

Dazu habe ich schon einmal einen Blogartikel geschrieben (siehe Link unten), daher werde ich bei diesem Punkt nicht zu weit ins Detail gehen. Es spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle, ob man im Sommer oder Winter fliehen muss. Da das Gewicht gering gehalten werden sollte, muss man entsprechend der Jahreszeit gewisse Dinge bevorzugen oder weglassen. Zum Beispiel würde ich im Sommer mehr Wasser mitnehmen, aber dafür einen leichten und kleinen Schlafsack, im Winter kommen sicher chemische Handwärmer mit (das sind so kleine Säckchen), aber eine kurze Hose brauche ich dann wohl nicht. Hier der Link zu meinem Artikel:

Link Blogartikel

Tipp Nr. 9 – Informiere dich, aber lass dich nicht zu sehr verwirren!

Es gibt tausende Videos auf Youtube über Bugoutbags und genauso viele verschiedene Meinungen, wie es Menschen gibt. Davon kann man sich ganz schön beeinflussen lassen aber, wenn man von jedem nur einen Tipp in Bezug auf Ausrüstung übernimmt, hat man einen 50kg schweren Fluchtrucksack und das geht so nicht. Unterm Strich muss man sich wirklich selbst Gedanken machen und entscheiden, was für die eigene Situation Sinn macht und was nicht. Man weiß wohl doch selbst am besten, was für die eigenen Bedürfnisse wichtig ist und was nicht. Daher gehe ich auch gerne mal mit meiner Ausrüstung raus in die Natur, da merkt man dann recht schnell, wenn etwas fehlt, vor allem, wenn man mal ein paar Tage draußen ist. In diese Richtung möchte ich im nächsten Jahr einen Selbstversuch machen und mit meinem Rucksack 72h in der Natur sein, dann werde ich schnell sehen, was ich wirklich brauche und was überflüssig ist.

Tipp Nr. 10 – Waffen ja oder nein?

Der letzte Punkt ist eine echte Streitfrage und wird intensiv diskutiert, auf Youtube, in Foren und auf Facebook. Meine Meinung ist, dass man schon an Selbstverteidigung denken sollte, aber man muss dabei nicht unbedingt auf Feuerwaffen zurückgreifen. Dabei denke ich an das Gewicht und auch an das Gefahrenpotential, wenn andere sehen, dass man bewaffnet ist und nicht zuletzt an die Grenzen in Bezug auf Munition. Daher halte ich mich eher an einen Pfefferspray, vielleicht einen Bogen, eine Steinschleuder, einen Teleskopschlagstock und meine Messer. Ein Problem, dass ich bei jeglicher Waffe sehe ist, dass man sie euch wegnehmen und dann gegen euch verwenden kann, das nur zum Nachdenken.

Zusatz Tipp – Es muss auch ohne gehen!

Bugoutbag hin oder her, seid euch darüber im Klaren, dass die Möglichkeit besteht, dass ihr ihn nicht nutzen könnt. Es könnte sein, dass ihr weit weg von zuhause sein, wenn etwas Schlimmes passiert, er kann euch gestohlen werden, Ausrüstung könnte verloren gehen oder nicht mehr funktionieren, bzw. kaputt gehen. Egal wie gut eure Ausrüstung ist, ihr solltet euch dennoch nicht nur darauf verlassen, sondern auch lernen, wirklich ohne Ausrüstung etwas zu improvisieren.


 

Das waren die 10 Tipps (+ 1), die ich jemandem geben würde, der einen Fluchtrucksack zusammenstellen möchte. Wenn ihr meinen Blog schon länger verfolgt, werden euch einige dieser Tipps sicher bekannt vorkommen, aber vielleicht kann ich damit dem einen oder anderen neuen Prepper weiterhelfen, bzw. auch erfahrene Prepper zum Nachdenken bewegen. Ich habe mich bemüht nicht zu sehr ins Detail zu gehen und überschaubare Hinweise zu schreiben, schreibt mir bitte einen Kommentar, ob mir das gelungen ist, bzw. was ihr von diesen Tipps haltet.

Über ein Like und ein Abo meines Blogs, würde ich mich ganz besonders freuen!

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